6o4 liali CÄrboniculn vruclum
ten wir, wenn wir, unter der Voraussetzung, daß too Th. basisch kohlen-saures Kali gleich sind 70 Th. reiner coucentrirter Schwefelsäure, in einehunderttheilige Maßrvhre 70 Gran Säure bringen, und den übrigenRaum mit Wasser füllen. Ist die Potasche rein, so werden j»o Granderselben die sämmtlichen ton Abtheilungen der Säure zu ihrer Neutra-lisation verlangen. Verlangen 100 Gran Polasche etwa nur 6g Abthei-lungen der Säure, so wird die Potasche auch nur 60 Procent wirklichbasisch-kohlensaures Kali enthalten u. s. w. Wenn man den Alkalinieterfür reines ätzendes Kali verlangt, so muß man t 05 Gran coucentrirterSäure anwenden, und den übrigen Raum der graduirten Rohre mit Was-ser ausfüllen.
Man kann auch zweckmäßig den Versuch in folgender Art anstellen,besonders wenn mehrere Sorten Potasche zu untersuchen sind. Schwefel-säure verdünne man so weit mit destillirtem Wasser, daß gerade to»v Granerfodert werden, um 100 Gran reines trocknes kohlensaures Kali (Weinstein-salz) zu Neutralismen. Bei der Prüfung einer Pvtasche wiegt mau von ei-ner großern gepulverten Menge derselben 100 Gran ab, löst sie in Wasserauf, filtrirt und seht der Lauge von den in einem tarirten Gläschen genauabgewogenen 1000 Grauen der Probeschwefelsäure so lange zu, bis die Flüs-sigkeit auch nach dem gänzlichen Entweichen der Kohlensäure durch Erwär-men das Lackmuspapier deutlich roth zu färben anfängt. Durch Wiegen desGläschens mit der übriggebliebenen Säure findet man die Menge der zumNeutralismen verbrauchten Säure. Betrüge diese z. B. 730, so findet mandurch leichte Rechnung die derselben entsprechende Menge kohlensauerlichesKali, denn wenn 1000 Gran der angewandten Schwefelsäure lowGranreines kohlens.Kali neutralisiren, so sättigen 750 Gran Säure nunGran Kali, nämlich: 1000 : 100 — 7Zo : 73.
In den 100 Granen der untersuchten Potasche waren also ?3 Graskohlens. Kali und r? Gran fremdartige Theile enthalten.
Bei allen diesen Prüfungen muß man aber immer darauf achten, obaus der klar filtrirten Lauge durch die Säure ein wolkenartiger Niederschlagausgeschieden wird. Dieses ist nämlich die mit dem Kali durch Zusammen-schmelzen verbunden gewesene Kieselsäure, und da das mit dieser Substanzverbundene Kali für technische Zwecke, z. B. für die Seifensiederei, verlorenist, so ist je großer der Niederschlag, desto verwerflicher die Potasche. Umdie Kieselerde abzusondern, und dem Gewichte nach zu bestimmen, wird dieam besten mit Salzsäure etwas im Ueberschusse versetzte klare Lauge zurstaubigen Trockne abgedunstet und in Wasser wieder aufgelöst, wo dann dieKieselerde als ein rauh anzufühlendes Pulver zurückbleibt.
Die meiste Potasche wird in Rußland, Polen, Amerika, in den Holz-reichen , noch wenig bebauten Gegenden bereitet, es kommen daher auch dieverschiedenen Sorten Pvtasche unter verschiedenen Namen im Handel vor.Die amerikanische Potasche, die ganz im Feuer geschmolzen und hart MSteinist, ist »ach Bau quelin die reichste an Kali. Bei uns ist vorzug-