Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
677
JPEG-Download
 

Nel 677

blutige Personen, die den Bienenstichen vorzüglich ausgesetzt sind, kön-nen sich schützen, wenn sie etwas Mutterkraut bei sich kragen.

Nel. Honig.

Eine abgesonderte Feuchtigkeit der mallitios l-inn., vonden Blumen eingesammelt.

Eine dickliche, weißgelbliche Flüssigkeit, mehr oder weniger indie braune Farbe übergehend, frisch gleichförmig, alt körnig-kry-stallinisch, von süßem Geschmacke und eigenthümlichem Gerüche.Oft ist er mit Mehl verfälscht, welches bei der Auflösung innicht siedendem'Wasser ungelöst zurückbleibt. Arten davon sind:

tVIel stimm reu virßineum (weißer Honig, Jungfern Honig),welcher von selbst aus den Zellen der Bienen ausfliest;

IVIel eommune reu tlsvum (gemeiner Honig), welcher durchWärme und Auspressen aus den Zellen gewonnen wird.

Der Honig ist ein von den Bienen aus den Pflanzen, vorzüglichden Nektarien der Blumen eingesammelter, in ihrem Körper einiger-maßen verarbeiteter, und in ihren Zellen abgesetzter Saft. Das Einsam-meln geschieht im September und Octobere Zu diesem Zwecke bestreichtman einen leeren Bienenkorb inwendig mit Honig, stülpt ihn neben denvollen, welchen man abthun will, und rückt diesen über den ersteren, sodaß sie genau aufeinander zu stehen kommen. Nun kehrt man die beidenKörbe um, daß der volle umgekehrt und unten ist, und schlägt von außenleicht darauf. Die Dienen fliegen heraus und setzen sich in dem obern fest,welchen man hierauf in den Bienenstock stellt. Dann nimmt man die Hälfteoder höchstens zwei Drittbeste der Wachstafeln heraus, und bringt die Bie-nen auf die nämliche Weise wie zuvor wieder in ihren alten Korb zurück.

Um den Honig von dem Wachse zu trennen, legt mau die Wachs-tafeln auf Hürden in die Sonne, oder sonst an einen mäßig warmenOrt. Der Honig läuft aus, und wird in untergestellten Gefäßen auf-gefangen. Dieser von selbst ausgelaufene Honig ist der beste, und heißtZungfernhonig. Er ist weißlich oder blaßgelblich, körnig, von angeneh-mem, süßem, etwas schärflichem Geschmacke, und eigenthümlichem aro-matischen Gerüche. Die Wachsscheiben werden hierauf ausgepreßt, undman erhält einen mehr gefärbten Honig, den gemeinen Honig, der kei-nen so angenehmen Geruch und Geschmack besitzt.

Der Geruch des Honigs ist zum Theil zufällig, und hängt mit vonden Blumen ab, anö welchen die Bienen den Honig einsammeln. So wirdbei uns vorzüglich der Lippitzhoing geschätzt, der aus den Gegenden vonbithauey kommt, wo viele Lindenbaume angetroffen werden; aus demselbenGrunde wird in Frankreich der Honig von Narbonne vorgezogen. Auf