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gleiche Weise nimmt aber auch der Honig einen unangenehmen widrigenGeruch, ja bisweilen schädliche Eigenschaften an, wenn z. B. viel Barlauchr^IIium ursinum) in der Nähe der Bienenstöcke sich findet. Ein solcherfremdartiger Geruch kann dem Honig nachCerutti entzogen werden, wennman auf 30 Pfund Honig zu Pfund Wasser, 3 Pfund gröblich gestoßenevom Staube befreite Holzkohle, und das zu Schaum geschlagene Eiweißvon 24 Eiern nimmt, die Mischung aufkocht, und wenn sie erkaltet ist,nochmals das zum Schaume wohlgeschlagene Eiweiß von 12 Eiern hinzu-setzt, und nach dem Erkalten durch Leinwand colirt, welche mit grob zer-stoßener Holstohle überdeckt ist. Der auf diese Weise seines Geruches undGeschmackes, wie seiner Farbe beraubte Honig wird beim Abdampfen wie-der braun. Nach einigen Monaten setzen sich nach Lowitz in dieser einge-dickten braunen Honigmaffe körnige Krystalle ab; Weingeist löst die brauneklebrige Masse auf, und eine weiße körnige Substanz bleibt zurück, welche,noch mit Weingeist abgewasthen, weiß, lustbeständig und angenehm süß ist.Dieses ist der eigentliche wahre Honigzucker, der sich in dem natürliche»körnigen weißen Honig schon gebildet vorfindet. Dieser Honigzucker hatzwar mit dem Rohrzucker die meiste Aehnlichkeit, doch weicht er in einigenStücken von ihm ab. Er ist wie jener in heißem Alkohol vollkommen auflös-lick, und kann auf diese Weise von anhängenden schleimigen Theilen befreitwerden. Doch läßt er sich nicht so vollkommen krystallisiren, sondern diewäßrige Auflösung desselben gehörig eingedickt, gerinnt allmälig zu einerweißen, dichten und mit Höhlungen versehenen Masse, die jedoch unterdem Vergrvßernngsglase als eine Anhäufung von lauter feinen Nädelcbenerscheint. Auch wird er durch lebendigen Kalk, den man so lange zusetzt,bis kein Aufbrausen mehr erfolgt, gänzlich zersetzt, erhält einen widrigenGeruch und ekelhaften bittern Geschmack. Wird der Kalk durch Schwefel-säure abgeschieden, so hat die zurückbleibende Flüssigkeit viel Aehnlichkeit mitder Aepfelsäure, und wird durch Salpetersäure in Oralsäure verwandelt.
Auch der ganze Honig, durch Kohlenpulver entfärbt, giebt mit Ach-kalk eingekocht eine klare, durchsichtige, gelbe, dem arabischen Gummiähnliche bitterschmeckende Masse, die an der Luft beständig und vollkom-men trocken bleibt.
Der Honig besteht 1) aus eigenthümlichem, in trockner körnig-kry-stallinischer Gestalt darstellbarem Honigzucker. 2 ) Aus einer braune»klebrigen Substanz, die in ihren Haupteigenschaften dem Honigzuckersehr ähnlich, nicht in fester Gestalt darstellbar, in Alkohol viel auflös-licher ist, auch dem Honig die braune Farbe ertheilt, die auch der durchKohlenpulver entfärbte Honig beim Eindampfen wieder annimmt. 3 )Aus einer freien Säure, die die Krystallisation des Honigs vorzüglichhindert, und 4 ) aus etwas Schleim. Außerdem enthält er einen Riech-stoff, etwas Wachs, und nach Guib 0 urt auch wohl Mannastoff.
Dem Honig etwa zugemischtes Stärkemehl oder Mehl, Verfälschun-gen, welche den Honig beim Kochen so dick machen, daß er sich nicht roll-