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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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lichen oder grünlichen Rinde bedeckt. Die Blätter, welche erst nach derBlüthe erscheinen, stehen anfangs büschelweise, dann abwechselnd, sind fast2 Zoll lang, lancettförmig, von blaßgrüner oder gelblichgrüner Farbe, ganz-randig und am Grunde etwas verschmälert. Die Blüthen sind ungesiielt,sitzen zu 2 auch 3 zusammen, und haben eine einblättrige, trichterförmige,pfirsichblüthrothe und wohlriechende einfache Blumenhülle (Kelch ckm-.). DieFrucht ist eine rundliche saftige Beere, von der Größe einer Johannisbeere,und zur Zeit der Reife von lebhaft rother Farbe; sie enthält unter einerbraunen, streifigen und zerbrechlichen Schale einen öligen gelben und au-ßerordentlich scharfen Kern.

Die Blüthezeit dieses Strauches ist Februar bis April. Die Früchtereifen im Juni bis August.

Es giebt eine Varietät mit weißen Blumen und gelben Beeren.

Wurzel, Rinde, Blätter und Beeren sind bei den verschiedenen Sei-delbastarten von einer brennenden Schärfe, und erregen, äußerlich auf dieHaut gelegt, Nöthe und Blasen. Die Beeren von Ospllne Osureola (Dns-seld. Samml. X. iz. Hapne III. 44.), unter dem Namen Kellerhalskörner,Seidelbastbeeren, Kellerhalssaamen (Laccae reu 8emen Locognlckii z.Loc-cumßnickii, Orsns Onickii, Locci Onickii) sind rund, getrocknet ist die Schale,welche den Kern enthält, braun, streifig und zerbrechlich. Ein unvorsichti-ger Genuß derselben erregt heftiges Erbrechen, Entzündung der Eingeweide,welche selbst den Tod nach sich zieht. Linne sah von 12 Saanienkörnernein Mädchen sterben; 6 sollen nach ihm einen Wolf todten, wogegen Mil-l e r versichert, daß die Beeren von einigen Vögeln begierig verzehrt würden.Die Weiber in Sibirien sollen, um sich zu schminken, die Wangen mit denrothen Beeren reiben, wovon sie anschwellen, und eine Entzündungsröthebekommen. Bei der Wurzel sitzt die Schärfe in der Rinde, welche mit derRinde des Stammes und der Aeste übereinkommt; der innere holzige Theilist ohne Schärfe. Nach Hage n's Erfahrung bringt auch der Genuß derBlumen kleinen Vögeln, als Hänflingen, Canarienvögeln rc. den Tod; dieBlätter aber werden von Ziegen und Schafen gefressen.

Die officinelle Seidelbastrinde, von dem Stamme und den Aestenge-sammelt, besteht aus langen, flachen oder meistens zusammengerollten Stül-ken, von der Dicke eines Pfeifenstieles bis zu der eines Fingers. Die Rindeselbst ist dünn, leicht, etwas gestreift, auswendig mit einem grünlichenOber-häutchen bedeckt, worunter eine dunkelgrüne Substanz befindlich ist, inwen-dig besteht sie aus einem gelblichweißen, zähen, saftigen Baste. Siehat keinen Geruch, aber einen höchst brennend scharfen Geschmack, der sicherst nach einiger Zeit beim Kauen entwickelt, lange anhält und eüiellnem-pfindlichkeit der Zunge zurückläßt. Frisch oder, wenn sie trocken ist, inEsMaufgeweicht, und auf die Haut gelegt, erregt sie Rothe und zieht Blasen-

Lar tigue (Trommsd. I. XVIII. 1 . S. 450.) erhielt durch Ausste-llung des wäßrigen Crtractes der Rinde mit Aether eine gelbe, sehr scharstMaterie, welche auf der Haut Blasen zog. Auch dem Olivenöle theilte