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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Nim'um

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Das Minium wird fabrikmäßig im Großen dadurch bereitet, daßman das mäßig befeuchtete feingeriebene und geschlämmte gelbe Blei-oryd, Massicot, in einem Reverberiroftn 48 Stunden laug calcinirt, unddurch Umrühren die Berührung der atmosphärischen Luft befördert.Sobald es bis zum völligen Rothglühen erhitzt ist, werden die Zügezugestopft, das Brennmaterial herausgenommen, und das Bleioxyd mitdem Ofen erkalten gelassen; je langsamer dieses geht, desto schöner wirddie Mennige; es tritt nämlich dann beim Abkühlen eine Temperatur ein,bei welcher das Bleioxyd noch mehr Sauerstoff aus der Luft aufnimmt,und je länger das Oryd in dieser Temperatur bleibt, desto mehr gelbesOryd wird in rothes Hyperoryd verwandelt. Nach dem Erkalten wird,zur Absonderung der vielleicht entstandenen Glätte, das Minium in ei-genen verschlossenen Kasten (damit die Gesundheit der Arbeiter nichtdurch den Staub gefährdet werde) durch ein feines Haarsieb gesiebt.

Die Mennige hat eine hochrothe Farbe, welche wegen eines Rück-haltes an Massicot sich etwas ins Gelbe zieht; mit dem Finger anfPapier gestrichen, ist sie beinahe gelb, besteht aus höchst feinen, undgleichsam unfühlbaren, kleinen glänzenden Schuppen, ist geschmack- undgeruchlos und in Wasser unauflöslich. In starker Nothglühhitze geht sieunter Verlust eines Antheils Sauerstoffgas in den Zustand der Blei-glätte zurück; auch bloß dem Lichte ausgesetzt, schwärzt sie sich durchVerlust von Sauerstoff. Auf einer Kohle vor dem Lvthrohre verwandeltsie sich vollständig in ein Bleikorn. Sie ist ein Hyperoryd und bestehtnach Berzelius aus 89,ss Blei und 10,38 Sauerstoff (d. h. 1s malso viel als das Oryd), erhält also die Zahl —2888,998.

Die Mennige löst sich nur dann in Säuren auf, wenn ihr der über-flüssige Sauerstoff entzogen wird; wird sie z. B. mit erhitzter Schwefelsäureübergössen, so wird Sauerstoff frei und schwefelst Bleioryd gebildet; mitwenig Salzsäure übergössen nimmt der Sauerstoff der Mennige den Wasser-stoff der Salzsäure auf und bildet Wasser; der dem überschüssigen Sauer-stoffe entsprechende Antheil Chlor wird'frei und entweicbt, wogegen der demim Bleioxyde enthaltenen Sauerstoffe entsprechende AntheilChlor sich mit demreducirten Blei zu Chlorblei verbindet; mit der Salpetersäure und anderenschwächeren Säuren zerfällt sie in salpetersaures u. s. w. Oryd, und inbraunes Hyperoryd, welches letztere als braunes Pulver sich ausscheidet;der überschüssige Sauerstoff kann ihr aber auch durch einen Zusatz von Zuckerentzogen werden, in welchem Falle sie sich dann vollständig auflöst. EineAusnahme hieven wacht nach Fischer (Schw. Jahrb. st Chem. und Pbys.1828. XXIII. S. 124.) die concentrirte Essigsaure, welche das rothe Hv-veroryd als solches auflöst. Die Auflösung ist klar, farblos und bleibtin verschlossenen Gefäßen unzersetzt. An der Luft hingegen, und noch schnel-ler beim Verdampfen, selbst bei gelinder Wärme, erfolgt die Ausscheidungdes braunen Hyperoryds. Auch durch Wasser wird diese Zersetzung bewirkt ;wird die Auflösung mit vielem Wasser vermischt, so färbt sich dieselbe, je