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stanz entdeckt, welche alkalische Eigenschaften zu haben schien. Jedoch bliebdiese Entdeckung unbeachtet, bis er im Jahre 1816 seine neuen Bear-beitungen des Opiums bekannt machte, nach welchen er aus den wäßrigenOpiumauflösungen durch Ammoniak eine neue alkalische Substanz, wel-che an eine eigene Säure gebunden gewesen, gefällt hatte (Gilbert'sAnnalen. XXV. S. ss.). Im Jahr 1817 (Gilb. Ann. XXVI. S.3Z7.)lieferte er einen Nachtrag zu seinen Entdeckungen, die nun von Nobi-pnet (Gilb. Ann. XXVII. S. 16 Z.) von Büchner, Brandes,Vogel und Pettenkofer (Buchn. Repert. l V. S. i.) bestätigt wurden,und noch viele andere Arbeiten veranlaßten, als von Pagen stech er(Trommsd.N. J.IN.1.S.ZS7. undIV.s.S.456.), John und Kastner(Berl.Jahrb. 1819. S.isr.), Geiger (Berl. Jahrb. i6so. S. «7.).
Auch Seguin (Trommsd. N. I. I. 2 . S. 117 .) hatte eine großeReihe von Versuchen mit dem Opium angestellt, und eine krystallinischeSubstanz, so wie eine eigenthümliche Säure gefunden, weshalb Vau-quelin (Trommsd. N. I. III. r. S. 316) ihm die Priorität derEntdeckung zuschreiben wollte. Da jedoch Seguin die gefundenen Stoffenicht weiter untersucht hat, so gebührt mit vollem Rechte Sertür-ner'n die Ehre der Entdeckung.
Sertürner hatte, wie erwähnt, das von ihm benannte Mor-phium , jetzt Morphin genannt, aus der wäßrigen Auslösung des Opiumsdurch Niederschlagen mit Ammoniakauflösung dargestellt; später ist dieDarstellungsweise theils von Sertürner selbst, theils von andernChemikern auf vielfältig verschiedene Weise angegeben worden- Da dasMorphin aber allgemein als ein ausnehmend wirksames Arzneimittelanerkannt worden ist, so daß dasselbe nicht leicht unter den pharmaceu-tischen Präparaten einer gut versehenen Apotheke fehlen darf, so wirdes unter den Präparaten im rten Theile eine Stelle finden, wo auchdie Bereitungsweise ausführlicher angegeben werden soll.
L) Rarkotin. Opian. Dieser von Derosne im Jahre I 8 ordargestellte Stoff ist keinesweges, wie Sertürner glaubte, basischesmekonsaures Morphin, sondern ein eigenthümlicher Bestandtheil desOpiums, vom Morphin verschieden, von welchem eben so viel erhaltenwird, wenn auch das Narkotin vorher ausgezogen worden ist. Diesesgeschieht durch Aether, welcher außer dem an eine Säure gebundenenNarkotin noch Kautschuk, ein fettes Oel und eine thierisch-vegetabilischeMaterie auflöst. Der Aether wird bis auf z abdestillirt. Es bleibt eineaus saurehaltigem Narkotin bestehende Salzkruste und eine braune, bit-tere, saure, Balsam, Narkotin und eine Säure, vielleicht Essigsäure, hal-tende Flüssigkeit zurück. Die abgegossene Flüssigkeit wird abgedampft, derRückstand mit kochendem Wasser ausgezogen, welches den Balsam zurück-läßt, und aus der wäßrigen Auflösung das Narkotin durch Ammoniakgefällt. Die Salzkruste, durch erhitztes rectificirtes Terxenthinöl vonanhangendem Balsam und Kautschuk befreit, und mit kaltem Alkohol