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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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743
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Opium 74Z

der Aufbewahrung wird es ungemein hart, und hinterläßt beim Aus-ziehen mit 82 xrocentigem Weingeiste weit mehr Rückstand, als daslevantische, nämlich von einem Quentchen rs Gran, da der von letzteremnur so Gran beträgt; auch ist der Rückstand vom vstindischen Opiumwehr trocken, der vvm levantischen hingegen mehr klebrig (wahrscheinlichvon Kautschuk). Bisweilen fand auch Pfaff in den Apotheken einOpium vor, welches, ebenfalls in platten Kuchen, auf dem Bruche sehrzähe, fast wie Kleber, und mehr hellbraun als dunkelrothbraun war. Obes mit dem vstindischen einerlei sey, mag Derselbe nicht entscheiden.

Auch in Europa hat man verschiedene Versuche gemacht, das Opiumaus Mohnpflanzungen zu gewinnen: die bedeutendsten sind die von Cow-ley und Staines 1821 zu Winslow in England angestellten. Sieerhielten aus noch nicht 4; Morgen Landes, indem sie in die Mohnköpfevermittelst eines Instruments mit fünf Klingen horizontale Einschnittewiederholt machen ließen, 60 Pfund trocknes, dem besten türkischen glei-chendes Opium; aus den Saamen überdies 71 l Gallone Mohnöl, unddie Lelkucken wurden mit Vortheil als Viehfutter benutzt. Auch inDeutschland hat man aus den halbreifen Saamenkapseln ein einheimischesOpium gewonnen, welches alle Bestandtheile des ostindischen Opiums undnahe in demselben Verhältnisse enthält. Lindbergsonin Stockholm willsogar im inländischen Opium mehr Morphin gefunden haben, als imausländischen. Bei dem Reifen der Saamen scheint jedoch eine Umwand-lung der Stoffe zu erfolgen, denn das aus reifen Mohnköpfen gewon-nene Opium enthielt, wiePeschier gefunden hat, weder Morphin nochMekonsäure. (Vergl. Ueber die Gegenwart des Morphins in mehreren Ar-ten in Frankreich cultivirter Mohnpflanzen; aus mehreren französischen Ab-handlungen zusammengestellt vonW.Brandes. Archiv.XXV. S.sss.)

Kaltes Wasser nimmt einen bedeutenden Theil von Opium in sichauf und giebt eine klare braun gefärbte Auflösung. Diese reagirt sauer;etwas davon zu einer schwefelsauren Eisenorpdulauflösung gegossen er-theilt dieser eine dunkelrothe Farbe.

Nicht leicht ist ein Arzneistoff ein Gegenstand so vieler Bearbeitun-gen gewesen, als, besonders in neueren Zeiten, das Opium. Bucholz(Trommsd. I. VIII. 1. S.ss.) wies als einen bis dahin unbekanntenBestandtheil des Opiums das Kautschuk nach. Der 0 sne (Trommsd.I. xii. 1. S> 2sz.) erkannte im Opium eine krystallinische SubstanzlDerosne's krystallinischen Opinmstoff); Sertürner (Trommsd. I.XIV. 1. S. 8g.) entdeckte unabhängig von Dero sne ebenfalls einekrystallinische Substanz, und außerdem noch eine eigene Säure, dieMohn - oder Mekonsäure u. s. w.

Als Resultate der vielfältigen Analysen und Arbeiten sind nun fol-gende aufgefundene Bestandtheile des Opiums anzugeben:

l) Morphium, Morphin. Sertürner hatte schon im Jahrs»805 neben dem Dervsne'schen Salz eine andere krystallisirbare Sub-