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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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746 Opium

die Krystalle in schönen langen Nadeln ansetzen. Hierbei wird aber dieSäure leicht zersetzt, sie kann also auch durch Auflösen, Digerirm mitKohle und Krystallisiren gereinigt werden.

Robiquet kocht den Opiumaufgnß mit reiner Bittererde, zieht daSMorphin durch Alkohol aus, löst den Rückstand, mekousaure Bittererde, insehr verdünnter Schwefelsäure auf, fällt durch salzs. Baryt, und zersetztnun wie vorhin den mekonsauren Baryt durch verdünnte Schwefelsäure.

Nach Hare setzt man dem wäßrigen Opiumauszug basisch essigsau-res Bleioxyd zu, und zersetzt das niedergefalleue mekonsaure Meioryddurch Schwefelwafferstoffgas. Die vom Schwefelblei abflltrirke Flüssigkeitist von rökhlichbrauuer Farbe, und liefert durch Verdunsten Krystallevon derselben Farbe.

Im reinen Austande ist die Mekonsäure farblos „krpstallisirt theilsin langen Nadeln, theils in viereckigen Blättcben, oft auch in glimmer-artigen Schuppen. Sie röthet die Lackmustinctur, schmeckt anfangs sauerund kühlend, dann unangenehm bitter. Sie ist in Alkohol und Wasserleicht anflöslich; bei 12» —125° C. schmilzt sie, fließt wie ein Oel,fängt bei dieser Temperatur an zu verdampfen, und sublimirt sich ohneZersetzung und Rückstand, wenn die Hitze nicht zu stark wird. Mit denBasen giebt sie neutrale leicht anflösliche Verbindungen, welche, so wiedie Säure für sich, eine charakteristische Einwirkung auf die orydirtenCisenauflSsungen äußern, deren Farbe sie mehr oder weniger in Blut-roth umändern. Diese Farbe bleicht im Sonnenlichte aus, kehrt aber imDunkeln wieder zurück. Die schwarze Farbe der Tinte wird in die blut-reiche umgewandelt. Das schwefelsaure Kuxferorpd wird durch sie schönsmaragdgrün gefärbt, und es bildet sich nach einiger Zeit ein pulveriger,blaßgelber Bodensatz. Die grüne Farbe ist daher entstanden aus derblauen des unzersetzten schwefelsauren, und der gelben Farbe des mekon-sauren Knpferorydes. Auch die ätzende Sublimatauflösung wird nacheiniger Zeit getrübt, und das salpetersaure Silberoryd in hellgelben Flo-cken gefällt. Aus der salzsauren Goldauflösung scheidet die Mekonsäuredas Gold metallisch auf der Oberfläche der Flüssigkeit ab.

4) Ertractivstoff. Er findet sich im Opium in beträchtlicher

Menge, und scheint mit dem Morphin in chemischer Verbindung zu stehn,

daher es sehr schwer hält, ihm alles Morphin zu entziehen. Aus dieserVerbindung besteht größtentheils das Opiumertract.

5) Opiumbalsam. Nach Serturner und John enthält dasOpium noch eine balsamartige Materie, welche durch folgendes Verfahrenerhalten wird. Der durch die Behandlung mit Wasser von den dannauflöslichen Theilen befreite, nicht spröde, sondern beinahe teigartige Ruck-stand des Opiums wird öfters mit kaltem Alkohol digerirt. Der Auflö-sung wird destillirtes Wasser zugesetzt und schwach aufgekocht, welchesVerfahren noch einmal wiederholt wird; es scheidet sich eine braune,flüssige, balsamartige Substanz auf dem Wasser schwimmend ab, die aber