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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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747
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Oj)ium 7^7

bald zu Boden sinkt. Dieser Balsam, dem durch Digeriern mit Wassernoch die geringen Antheile Morphin entzogen werden, hat die Consistenzdes Terpenthins, ist geschmacklos, riecht im hohen Grade wie Opium,ist in absolutem Alkohol, Aether und den ätherischen Oelen leicht lös-! lich, im Wasser unlöslich; in einem Löffel erhitzt fließt er wie Oel, ver-brennt mit lebhafter Flamme und einem besondern, nicht angenehmenGerüche, setzt Ruß ab, hinterläßt aber wenig Kohle.

6) Fettes Oel. Wird der Rückstand, von welchem die balsamischeMaterie erhalten worden, mit Alkohol digerirt, so erhält man oft einefarbige, kaum bitter schmeckende Auflösung, welche vom Wasser getrübt,von Essigsäure nicht wieder klar wird, daher diese Trübung von einemaufgelösten fetten Oele herrührt, welches sich auch oft schon in Tröpf-chen abscheidet, und sich durch Ruhe zu Boden setzt. Es ist gewöhnlichsämärzlicbbraun, schlägt sich aber, wenn es in vielem Alkohol aufgelöst wird,beim Erkalten in sehr zertheilter Form und mit gelbbrauner Farbe nieder.

Dieses fette Oel scheint aber keinesweges ein wesentlicher Bestand-theil des Opiums, sondern dasSesamol zu seyn, welches bei dem Ein-sammeln des Opiums zufällig in dasselbe hineingebracht worden ist.

7) Kautschuk. Aus den ätherischen Auszügen wird dasOpianaus-krystallisirt, wo sich beim ferneren Abdampfen Kautschuk absondert; oderauch, der von der balsamischen Materie befreite Oxiumrückstaud wird mitfrisch rectificirtemTerpenthinöle oder Aether digerirt, das Auflösuugsmittelabdestillirt, wo ein sehr weiches dehnbares Federharz im Rückstände bleibt.

8) Kleberartiger Stoff. Der von den auflöslichen Theilenvollkommen befreite Opiumrückstand wird zu wiederholten Malen in derWärme mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, wodurch eine graulichweißeSubstanz ausgeschieden wird, welche ein kleberartiger Stoff zu seyn scheint.

s) Harz. Das im Opium enthaltene Harz scheidet sich während derBearbeitungen des Opiums ab, und verbindet sich oft mit den abgeschie-denen Körpern. Es ist schwarz, zähe, hat wenig Geruch und Geschmack.

io) Gummi. Wird gleichfalls bei den Bearbeitungen des Opiumsausgezogen. Andere Chemiker haben kein Gummi gefunden.

ti) Flüchtiger Stoff. Das über Opium abgezogene Wasserüecht stark, wie Opium oder frisch aufgeschnittene Mohnköpfe, hat einendem Opium ähnlichen Geschmack, reagirt weder auf Kurkume - nochLackmuspapier, und enthält kein ätherisches Oel. Die Leute, welche dasLpium einsammeln, oder beim Kochen des Mohnsastes sich einige Zeit-lang in mit Opiumdunst angeschwängerter Lust aufhalten, sollen oft be-täubt und sinnlos wie todt zu Boden fallen. Eben so soll Opium inwärmere Temperatur versetzt einen Dunst von sich geben, welcher Thierezu todten vermag (dem Nikotianin ähnlich?).

Daß dieser flüchtige Stoff nicht Blausäure, diese Säure überhauptnicht Bestandtheil des Opiums sey, geht aus Lüde cke's Versuchen (Schw.I. Xvu. S. 449.) aufs deutlichste hervor.