Orlean
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Die vom gemeinen Dost mit den blühenden Gipfeln gesammeltenBlätter haben einen gewürzhaften Geruch, und einen gleichen etwas er-wärmenden und schwach bitterlichen Geschmack. Bei der Destillationgeben sie eine ansehnliche Menge strohgelbes ätherisches Oel von scharfemgewürzhaftem Geschmacke, welches gleichfalls als Zahnschmerz stillendesMittel empfohlen wird.
Der Aufguß nimmt von schwefelst Eisen eine schmutzig violette Farbean, was auf eine Modifikation des Gerbestoffes hinweist.
Der Dost wird selten im Theeaufgusse, mehr äußerlich zu Umschlä-gen gebraucht. Auch hangt man ihn in das Bier, um es stärker zumachen und das Sauerwerden desselben zu verhüten.
"Orlean. Orlean.
Lixs OreUsns Tinn. Orleanbaum.
Abbild. Hayne Arzn. Gew. Bd. lX. Taf. 34.
rexusl. 6!. XlH. Orck. 1. ?vl^->n-lrch lVIonogyma.
Orcl. nstursl. Diliscese surr. gen. Lixinene ltuntk.
Dieser schöne Baum ist in den Wäldern von Südamerika, alsBrasilien, Meriko, einheimisch, wird auch mit Fleiß angebaut. Er istvon mittelmäßiger Größe, hat herzförmige, zugespitzte Blätter und dol-den-traubenständige rosenrothe Blumen. Die Früchte sind zweiklappigeborstige Kapseln, welche die Saamen in einem klebenden rothen Markeeingeschlossen enthalten. Letzteres ist der Orlean. Um diesen zu erhal-ten, zerquetscht man die Früchte in Trögen, setzt Wasser zu und läßtsie einige Tage stehen. Es entsteht eine Art fauler Währung, man bringtjetzt die Masse auf Siebe, der Orlean geht nun mit dem Wasser durchund setzt sich ab; das Wasser wird abgegossen, und der Orlean so weit imSchatten getrocknet, bis er eine weiche knetbare Masse bildet, die inkleinen Broden nach Europa geschickt wird.
In Santa Fst de Bogota wendet man eine bessere Methode an, dieein reineres Product liefert. Die Körner, um welche der Orlean sitzt,werden unter Wasser gegen einander gerieben, so daß sie ganz bleiben;auf diese Art wird der Orlean abgesondert, ohne den Schleim, welchen dieSaamen in ihrem Innern enthalten, aufzunehmen. Man läßt ihn ab-sitzen und gießt das Wasser ab, Die so erhaltene Substanz heißt im LandeAchiote und ersetzt in der 'Haushaltung den Safran. Durch Trocknenwird sie dunkler, nimmt einen schwachen unangenehmen Geruch an, undist geschmacklos. Beim Erhitzen wird der Orlean weich, entzündet sich undbrennt mit vielem Rauche, eine glänzende leichte Kohle hinterlassend.
Der vstindische Orlean soll nach He per und andern Schriftstellern inIndien von lVIitell« tinctoria bereitet werden. Derselbe hat die Gestaltdünner Kuchen, ist ganz trocken, geruchlos, dunkel orangeroth, und insider Rücksicht dem besten spanischen Orlean gleich zu stellen, der überdem