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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Im Kleinen verfährt man folgendermaßen: 3 Th. geschmolzener undwieder erstarrter Phvsphorsäure werden in einem erhitzten Glas - oderPorphyrmörser schnell gepulvert, und mit i Th. fein zerstoßener Holz-kohle gemengt. Man bringt hierauf das Gemenge so schnell als möglichin eine äußerlich mit Thon und Sand beschlagene gläserne, oder nochlieber in eine Porzellanretorte. Der Hals derselben wird in einen klei-nen tubulirten, mit einem Gasleitungsrohre versehenen Glaskolben ge-führt, der so weit mit Wasser gefüllt ist, daß die Qeffnung des Halsesdavon bedeckt wird. Die Retorte wird dann in einen guten Zugofen,oder in einen Windofen eingelegt, und vorsichtig bis zum vollen Weiß-glühen erhitzt. Hierbei verbindet sich die Kohle mit dem Sauerstoffeder Phosphorsäure zu Kohlensäure, größtentheils aber, bei der überflüssi-gen Menge Kohlenstoff, zu Kohlenorydgas, welche beide in gasförmigemZustande entweichen; der Phosphor wird frei und destillirt in Tropfenüber, welche im Wasser niederfallen und erstarren. Gegen das Ende der Ar-beit wird gekohltes und Phosphorwafferstoffgas, von der Zersetzung des klei-nen Antheils noch beigemischt gewesenen Wassers herrührend, frei, welcheseinen unangenehmen Geruch hat, und sich an der Luft von selbst entzündet.

Der auf die eine oder auf die andere Art erhaltene Phosphor wirdauf folgende Weise in Stangen geformt. Man zerschneidet ihn nämlich,und legt ihn in eine Barometerröhre, oder noch lieber in eine etwaskegelförmige Röhre, verschließt die engere Oeffnung derselben gut miteinem Korke, gießt dann oben auf den Phosphor Wasser und stellt dieRohre in ein Gefäß mit kochend heißem Wasser. Der Phosphor schmilztdabei und bildet eine Stange, die nach dem Abkühlen herausgenommenwird. Die Unreinheiten, die er enthält, und die größtentheils ausgekohltem Phosphor vestehen, fließen beim Schmelzen heraus, und kön-uen dann abgesondert werden. Sonst pflegte man ihn theils noch einmalzu destilliren, theils unter warmem Wasser durch samisch gegerbtes Zie-genleder zu pressen. Ist der Phosphor sehr roth, so muß man ihn erstin etwas erwärmtem atzendem Ainmoniak, und dann in warmem Wein-geiste schmelzen, wodurch er seine lichte und klare Farbe erhält.

Der Phosphor nimmt selten eine regelmäßige Krystallisation an, kannaber zum Krpstallisiren gebracht werden, wenn mau in einem verschlos-senen Gefäße so viel Phosphor in kochendem Miether auflöst, als darinlöslich ist, und dann die Auflösung langsam abkühlen läßt, wodurchderjenige Theil, welchen der kochend heiße Acther mehr als kalter aus-gelöst erhalten kann, sich in Krystallen absetzt. Die Krystallform ist nachMit scher lich ein reguläres Dodekaeder. Wenn geschmolzener Phos-phor in eiskaltes Wasser gegossen wird, so nimmt er nach Thsnarddurch dieses augenblickliche Festwerden eine schwarze Farbe an, welcheer aber beim Schmelzen wieder verliert. Phosphor ist durchsichtig, stlange er geschmolzen ist, wird aber im Augenblicke des Gestehens un-klar. Bei gewöhnlicher Sommertemperatur ist er biegsam wie Wallst,