Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
795
JPEG-Download
 

kol^xoäium 7Z5

erst einer wettern Prüfung, doch müsse auch die Wurzel von ?. vulga-rii IN den Officinen gehalten werden, um vielleicht die von andern Aerzten! ohne günstigen Erfolg damit angestellten Versuche zu wiederholen.

Die Polpgala wird in der Abkochung verordnet.

"?olxpoäium. Die Wurzel. Engelsüßwurzel.

?o!^poäium vulgäre Tinn. Gemeiner Tüpfelfarrn. Engelsüßfarrn.

Abbild. Düsseld. Samml. offic. Pflnz. Lief. V. Taf. 2-1.

8^sl. sexual. LI, XXIV. Lr^ptogamia. Orä, kllices.

Orä. NLlursI. kiliees.

Diese ausdauernde Pflanze wächst in Deutschland und fast in ganzEuropa, und man findet sie häufig an steinigen Orten, in Wäldern undan den Wurzeln alter Bäume, besonders an Eichstämmen.

Die kriechende, lange, harte, walzenförmige Wurzel ist gebogen,gegliedert, knotig oder gezähnt gegliedert, zähe, mit vielen länglichendünnen, lockern, braunröthlichen und häutigen Schuppen dicht bedeckt,und mit haarfeinen schwärzlichen Fasern besetzt. Sie ist von der Dickeeiner S.chreibfeder bis zu der eines kleinen Fingers, und treibt mehrereBlätter oder Wedel, welche einfach, aufrecht, glatt, graulichgrün, lan-cettförmig und 8 —loZoll lang sind. Au beiden Seiten theilen sie sichin tiefe Lappen, oder abwechselnde, längliche, stumpfe, gegen das Endedes Wedels an Größe abnehmende Blättchen. Der Strunk ist glatt.Die'Früchte bestehen in kleinen, mit einem elastischen Ringe umgebe-nen Kapseln ohne Decke (lnflusium), welche auf der Rückseite jedes Blätt-chens in runden, ziemlich dicken Haufen von schön gelber Farbe verei-nigt sind. Diese Haufen stehen in der Länge der Blättchen auf zweiLinien, zwischen der Mittelrippe und dem äußern Rande derselben, undsind zuweilen so zahlreich, daß sie in einander fließen.

Won dieser Pflanze, welche vom Mai bis October fructificirt, giebtes auch Abänderungen mit eingeschuittenen Lappen.

Die Wurzel wird im Frühjahre gesammelt, und man hält zumArzneigebrauche die äußerlich rothbraunen, innen gelblichgrünen Wur-zeln für die besten. Bei der Einsammlung werden sie von den Schup-pen und Aasern gereinigt. Sie besitzen einen ekelhaft süßen, etwas zmsammenziehenden, scharfen bitterlichen Geschmack und sehr scharfen Ge-ruch. Man verwirft die alten holzigen, harten, hohlen, inwendigschwarzen, geschmack- und kraftlosen Wurzeln.

/ ,, Der wäßrige Aufguß der Wurzel ist klar, citronenfarbig und sehrsüß; die Abkochung viel weniger angenehm, und hat einen bitterlichherben Nachgeschmack.

Buchol; zog die Wurzel erst mit 70 Proc. hastigem Weingeiste aus,bei dessen Abrauchen sich erst ein Balsamharz abtrennte. Der übrige Rück-stand wurde dann auch durch Behandlung mit absolutem Alkohol in eigent-