85o
serstoff ersieht man, daß zur Verordnung die Pulverform für dieSchneervsenblätter eine sehr angemessene ist; auch die mit wäßrigemWeingeiste bereitete Tinctur enthält die wirksamen Theile.
Die Schueerose gehört zn den scharf narkotischen Mitteln. Der Auf-guß, welcher mit einem Theeaufguffe Aehnlichkeit hat, greift den Kopf au,macht Schwindel, Betäubung, Berauschung, Schlaf, aber auch Ekel, Er-brechen, zuweilen vermehrten Abgang des Harns und Stuhlganges. Be-sonders merkwürdig sind die Schmerzen in den Gliedern, die davon entste-hen , ein Gefühl wie von Nadelstichen, Ameisenlaufen u. s. w.
KIE38. Die Blumen. Klatschrosen. Feldmohnblli-mcnblätter.
?gpsvsr ktlrosss IJnn. Eine einjährige, unter den Saaten
in Deutschland sehr häufige Pflanze.
Große Blumenblätter, über einen Daumen breit lang, andem Grunde verschmälert, etwas wellenförmig, purpurroth, vonschleimigem Geschmacke und etwas narkotischem Gerüche. ImMonat Juni und Juli einzusammeln.
?ax->ver kblioesr ttinn. Der Klatschrosenmohn. Wilder oderrother Mohn. Feldmohn.
Abbild. Hayne Arzn. Gew. Bd. VI. Taf. 58.rexusl. 61. Xlll. Orll. I. Uol^Lnclrin lVIonoß/ms.
Or<k. nnlurnl. kLpuverackÄS.
Diese Pflanze wächst sehr häufig, fast durch.ganz Europa als Un-kraut auf Weckern unter dem Getreide. In Gärten hält man sie zurZierde, und findet nicht selten sehr schöne Spielarten, mit sowohl ein-fachen als gefüllten Blumen von verschiedenen Farben.
Die weißliche Wurzel ist dünn, fast einfach und etwas zaserig. DerStengel aufrecht, ästig, i — iz Fuß hoch. Die abwechselnden Blätter sindtief fiederspaltig, deren Lappen lang, unregelmäßig gezähnt und spitz- Diesehr großen lebhaft rothen Blumen stehen an der Spitze des Stengels undder Beste einzeln auf langen Stielen, die wie der ganze Stengel mit steu ^fen abstehenden Haaren besetzt sind. Der Kelch, welcher nur in der mige- ^öffneten Blume vorbanden ist, besteht aus s Blättchen, die nach außen ge- !wölbt und steifhaarig sind; die Blumenkrone aus vier rundlichen, am Grün e lverschmalerten, im Umfange ganzrandigen oder regelmäßig klein gekerb enBlumenblättern, die mit einem schwärzlichen Flecken bezeichnet sind- e §Fruchtknoten verkehrt-eiförmig, glatt, mit 10 — I5strahliger Narbe.
Der Klatschrosenmohn blüht im Juni und Juli.
Die ofsicinellen Blumenblätter sind frisch etwas weich, gleichsam fe ganzufühlen, von widrigem Gerüche, von fadem, schleimigem, etwas bu -