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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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XXIV. S. 269.) enthält der Krapp zwei verschiedene Pigmente: ein san-res gerbestvffartjges von blaurotper Farbe, und ein basisches rosenrothes.Vermischt man einen Absud des Krapps mit einer Auflösung von Bleizucker,so wird das erste Pigment in Verbindung mit Bleioxyd gefallt und letzteresbleibt aufgelöst. Oder: behandelt man den Krapp so lange mit kaltemWasser, bis dieses sich nicht mehr färbt, und übergießt man ihn nachhermit einer Auflösung von Alaun in Wasser, so wird im erstem Falle dassaure Pigment, und im letztem das basische rosenrothe aufgelöst, und mankann dieses mit Kalkwasser fallen, und in der größten Schönheit darstellen.Außer diesen Pigmenten enthält der Krapp noch andere Substanzen, beson-ders aber viel Schleim und Zucker. Rührt man ihn mit Wasser an undvermischt die Flüssigkeit mit etwas Ferment (Hefen>, so erfolgt bald einelebhafte Nahrung, welche mehrere Tage lang dauert; der schleimige Zustanddes Gemenges verschwindet, es wird eine große Menge Alkohol gebildet,ohne daß eins der Pigmente zerstört wird, und man kann den gebildetenKrappwein auf Branntwein und die rückständige Wurzel zur Darstellungdes schönen adrianopolischen Roths oder des Krapplacks benutzen.

Durch eine von der 8ooie!e inäurti-iells -je lVlüirlüauien aufgestelltePreisfrage sind mehrere Arbeiten über die Krappwurzel veranlaßt worden,die zwar vorzüglich die technische Anwendung des Krapps zum Zwecke ha-ben, jedoch auch in chemischer Hinsicht viel Wichtiges enthalten, und wo-von sich eine Uebersicht in D ing ler'sPolytechn.I. XXVIl. isrs. S. solltfindet. Nach Kuhlmann (Buchn. Report. XVII. S. iro.; Berl. Jahrb.XXVI. j. S. 1Z5-) erhält man den rothen Farbestoff, wenn man ächtenKrapp mit kaltem Wasser übergießt, und damit maceriren läßt. DiesesWasser löst Gummi, Zucker, gelbes Crtract und freie Aepfclsäure aus.Den mit Wasser abgespühlten Rückstand kocht man mir Wasser aus, wel-ches, zumal bei Zusatz von kohlens. Natron, den größten Theil des rothenFarbestoffs auflöst. Die tief dunkelrothe Flüssigkeit wird filtrirt, und mitSchwefelsaure vermischt, welche (analog der Fällung des Gerbestoffs durchSäuren) den Farbestoff mit rothgelber Farbe niederschlägt, den man aufsFiltrum nimmt, und mit verdünnter Schwefelsäure auswascht. Man preßtihn dann zwischen Löschpapier aus, und löst ihn in Alkohol von o,Sz auf,wobei eine geringe Menge fremder Substanz ungelöst bleibt. Die filrrirterothe Flüssigkeit ist sauer, und wird mit kleinen Quantitäten von kohlens.Kali vermischt, bis daß die Säure genau gesättigt ist; man gießt dann dieFlüssigkeit vom gebildeten schwefelst Kali ab, und laßt sie verdampfen. Esbleibt eine rothe, verworren krystallisirte Masse zurück, die das Krapprothist. NachKuhlmann enthält die Krappwurzel: rothen Farbestoff; gelbenFarbestoff; Holzfaser; Pflanzensäure; Schleim; thierisch-vegetabilische Ma-terie; Gummi; Zucker; bittere Materie; riechendes Harz; salzige Substan-zen in der Asche, nämlich: basisch kohlens. Kali 0,118; schwefelst Kali »,032;Phosphors. Kali 0,037; salzs. Kalt 0,703; kohlens. Kalk 0,467; Phosphors.Kalk 0,082; Kieselerde 0,020; Verlust o,03i. 8. — i,4gg, von so Gram'