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die mit Krapp vermischt ist, so färben sich ihre Knochen durch die ganzeMasse dunkelroth, der Harn wird rothgelb, und bildet bei Zusatz von Am-moniak einen rothen Niederschlag von phosphorsaurer Kalkerde; bei Kühenwird zugleich die Milch roth. Erst nach längerer Zeit verschwindet dierothe Farbe wieder. Bänder, Knorpel und Beinhaut werden nicht rothgefärbt. Diese Erscheinungen haben die Färberröthe in den Ruf eines großenHeilmittels in Knochenkrankheiten, als Knochenfraß, Rhachitis, gebracht;sie soll aber zu gleicher Zeit auch die Knochen mürbe machen.
Häufiger ist der Gebrauch der Wurzel als Färbemittel, und schon imgrauen Alterthume hat sie unter den Farbestoffen einen der ersten Plätzeeingenommen. Nach Dioskvrides und P liniu s wurde sie von denAegpptern, Persern und Jndiern angewendet. Man findet noch zuweilenGeräthschasten, Tapeten und Tücher aus sehr alterIeit, deren Farben soschön sind, daß man annehmen muß, daß diese Volker die Rolhfärberei und dieAnwendung der Alaunerde-rmd Eisenvrydbeize vollkommen verstanden haben.Um als Färbemittel zu dienen, wird die Wurzel, nachdem sie geschält undgetrocknet worden, zermahlen oder zerstoßen, und bekommt dann den Na-men Krapp oder Nöthe. Der Farbestoff der Wurzel zeigt jedoch eine sogroße Empfindlichkeit gegen die Einwirkung der Luft, daß die Farbe in dergemahlenen Wurzel nach und nach zerstört wird, wenn man sie nicht inwohl verschlossenen Gefäßen aufbewahrt. Die kleinen Wurzelfasern und dieWurzelschale führen im Handel den Namen Mullkrapp oder Krappkleie;das Mark giebt den Korkkrapp, und nur das Holz der Wurzel allein giebtden achten Krapp. In der Levante wird er Lizzari oder Alizzari genannt.Der Krapp wird in der Färberei zu mehreren Nuancen von Braun, vor-züglich aber zum türkischen Roth angewendet. Unser türkisches Roth kannaber dem ächten orientalischen nicht gleichkommen, weil wir nicht dasselbeFarbematerial besitzen, denn es giebt in Asien andere und bessere Arten vonRubia, daher denn auch der levantische Krapp als der beste bekannt ist.Die Theorie des Rothfärbens ist nach Aenneck folgende: Bei dem Behan-deln der Baumwolle zuerst mit Lauge und dann mit Oel wird ihr ölsauresKali mitgetheilt,durch Veizung mitAlaunbrühe wirdjenes in ölsaure Alaun-erde verwandelt. Diese wird dann durch die Krappbrühe zu krappsaurerAlaunerdp gemacht, und endlich wird das von dem Krapp selbst herkom-mende Eisenorpd durch sehr verdünntes Scheidewaffer soviel als möglichweggeschafft, so daß die mit Baumwolle verbundene Farbe als krappsanreAlaunerde mit etwas wenigen anhängenden ölsauren,galluss.undgerbestofff.Salzen anzusehen ist. Die Bereitung des Krapplacks beruht auf der Ver-bindung des Krapproths mit Thonerde, die zum Theil von selbst zu Bodenfällt, wenn die durch kaltes Maceriren und Kneten mit Wasser erhaltenerothe Flüssigkeit in einem zinnernen Kessel aufgekocht, und mit einer Auf-lösung von 50 Tb. eisenfreiem Alaun auf ioo Th. Krapp vermischt underkalten gelassen, theils mit kohlens. Kalilösung niedergeschlagen wird, wo-durch man einen helleren Lack erhält. Eine neue Bereitungsart desKrapp-Dulk's preuß. Pharmak. l. 54