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geschiedene Talgsänre von der anhängenden Salzsäure mrd von demsalzs. Kali anfangs durch Waschen mit Wasser befreit, dann durch Auf-lösen in kochendem Alkohol und durch Krystallisation vollständig gereinigt.-- Die Oelsäure erhält man, wenn man die Flüssigkeit, aus welchersich das saure talgs. Kali abgeschieden hat, so weit abdampft, daß siebeim Erkalten wieder zu einer Gallerte gesteht, diese abermals in kaltemWasser vertheilt, die sich noch ausscheidende perlnmtterartige Materieabscheidet und dieses so lange wiederholt, bis die Flüssigkeit kein saurestalgs. Kali mehr, sondern bloß ölsaures Kali enthält. Dieses wird nundurch Weiusieinsäure zersetzt, wobei sich die noch mit etwas Talgsäureverunreinigte Oelsäure in weißen Klümpchen absondert. Um sie zu rei-nigen, wird sie nochmals mit dem vierten Theile Kali und mit 170 Th.Wasser verseift, das talgs. Kali auf die angeführte Weise abgeschieden,und das sogenannte gereinigte vlsaureKnli durch Weinsteinsäure zersetzt,wobei sich die reine Oelsäure ausscheidet, das Scheele'sche Süß abernebst dem Weinsteins. Kali in der Flüssigkeit bleibt. Das Scheele'scheSüß gewinnt man am besten bei der Bereitung des Bleipflasters.
Die Talgsäure ist von weißer Perlfarbe, geschmacklos; ihr Geruchist schwach, und dem von geschmolzenen Wachse etwas ähnlich; ihr spec.Gew. ist etwas geringer als das des Wassers. Bei 45,25 ° R. oder55,56 ° C. schmilzt sie zu einer sehr klaren farblosen Flüssigkeit, welchesich beim Erkalten in glänzenden Nadeln von einer schön weißen Farbekrystallisirt. Im Wasser ist sie unauflöslich, sehr auflöslich aber in Al-kohol, der sie beim Verdünnen mit Wasser wieder fallen läßt; 56 Lh.Alkohol von 0,816 spec. Gew. losen bei -l- 60° R. 100 Th. Talgsänreauf, die aber beim Erkalten des Alkohols zum Theil wieder herausfällt.Kalte Talgsäure verändert die Farbe des Lackmuspapiers nicht; erwärmtman sie aber so weit, daß sie weich wird, so röthet sie blaue Pflanzen-farben. Bei der trocknen Destillation wird sie nur zum Theil in dieProdukte zerlegt, welche alle Fettarten liefern, indem ein Theil unver-ändert übergebt. Mit den salzfähigen Basen geht sie Verbindungen einund bildet Neutralsalze, von denen das talgs. Kali, Natron und Am-moniak auch in Wasser auflöslich sind, aber schon durch die Behandlungmit sehr vielem Wasser theilweise zerlegt werden, indem ein Theil alssaures talgs. Salz zu Boden fällt, und nur ein Theil in dem alkalischgewordenen Wasser aufgelöst bleibt; die sauren talgs. Salze sind sämmt-lich in Wasser unauflöslich, in Alkohol aber auflöslich. AuS allen Sal-zen wird die Talgsänre durch alle übrigen Säuren leicht ausgelrieben.
Chevreul scheidet die Talgsänre noch in Margarinsäure und inStearinsäure, und unterscheidet die letztere von der erstem ihr sehr nahekommenden nur dadurch, daß sie erst bei 70 ° C. schmelzt und wenigerSauerstoff enthalten soll. Die Scheidung geschieht durch Auflösen destalgs. Kalis in Alkohol, aus welchem das stearins. Salz zuerst ausschei-det, wogegen das margarins. Salz länger aufgelöst, bleibt.