Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
901
JPEG-Download
 

8sbum oviUum

9« r

Die länglichen, gestreiften, nach oben verdünnten Akenen sind von einer fe-derartigen Saamenkrone gekrönt. Die Scorzonera blüht im Juni und Juli.

Die Wurzel besitzt im frischen Zustande, so wie die ganze Pflanze,einen milchartigen Saft, der beim Zerbreche» herausfliegt. Sie ist ge-ruchlos, und schmeckt angenehm zuckerartig - mehlig, getrocknet aber verliertsie den Geschmack, wird schleimig und röthlich. Frisch gekocht giebt sie eineangenehme Speise. Nach Ju ch enthalten ino Th. frischer Scorzonerwur-zel: Wasser 3c>; Stärkemehl 11; ätherischesOel5; (?) Extraktivstoff.

Statt dieser kickten Scorzonera, welche als Heilmittel wohl eigentlichkeine Berücksichtigung mehr verdient, wird bisweilen die Wurzel vondeorroners l-umili-, die bei uns auf Wiesen wild wachst, eingesammelt;sie ist weit holziger, größer, und besitzt einen bitterlichen herben Geschmack.

Kesinim ovillum. Hammeltalg.

Ovis l.,inn. Gemeines Schaaf.

Hammeltalg ist von fester Cvnsistenz, weiß, frisch geruchlos, nimmtaber nach und nach, jedoch später alS die flüssigen Fette, an der Lusteinen unangenehmen Geruch an, ist von mildem Geschmacke, der aber nachund nach unangenehm und scharf wird. Ein solcher ranziger Talg rvthetdas Lackmus, giebt bei der Destillation mit Wasser ein ranzig riechendesund Essigsäure haltendes Destillat, und tritt an das Wasser eine Säure undeine iu Weingeist lösliche, den Bleizncker fällende und die Galläpfeltincturtrübende (thierische?> Materie ab, worauf der ausgekochte Talg nicht mehrranzig schmeckt, aber fester ist. Er gesteht nach dem Schmelzen bei 40° N.und löst sich in 44 Th. kochenden Alkohols auf. Seine nächsten Bestand-theile sind viel Talg- und wenig Oelstoff (siehe ; die letzten nachChevreul: Kohlenstoff 78,99; Wasserstoff 11,70 und Sauerstoff 8,31.Durch das Verseifen geben io<» Th. Hammeltalg gs,5 Oel - und Talgsäure.Das riechende Princip des Hammeltalgs ist nach Chevreul eine eigeneSäure von flüchtig öliger Natur, die er Hirciksäure nennt (s. 8spa).

Die Lichtfabricanten sollen den Talg von im Sommer geschlachtetemVieh dem von im Winter geschlachtetem Vieh erhaltenen, der größer» Härtewegen, den Vorzug geben; das Elam soll nämlich dem Schweiße des Rind-viehes sich mittheilen, hierdurch ein großer Theil desselben durch die Porender Haut ausgesondert und somit der Talg reichhaltiger an Stearin werden.

Der Talg findet sich zwar vorzugsweise nur in den thierischen Fetten,doch kommt er auch im Pflanzen - und im Mineralreiche vor. Ein ve-getabilischer Talg wird aus der Frucht eines Baumes, Vsterla in-lics ge-nannt, gewonnen, der in Canara und andern Provinzen auf der Ostküsteder vorderindischen Halbinsel wächst. Das Pfund dieses Talges kostet zuMangalore ungefähr Lj Pence, und wird von den Engländern ?ine)-.r->llc>wgenannt. Dieser Talg wird von den Eingebornen nicht zu Kerzen, sondernin medicinischer Hinsicht zu Pflastern und auch zum Verpichen der Böte ge-