Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
951
JPEG-Download
 

Luoelnum

92 t

Griechen und Römern bekannt, und besonders bei den letzteren beliebt,Hie großen Aufwand damit in Ausschmückung der Waffen rc. trieben.Die Deutschen sollen nach Plinins den Bernstein L>ie»um (Glas?)genannt haben. Das Wort 8ucci„uin kommt nach Plinius her vonSuacus srboris, und dieser Schriftsteller läßt den Bernstein von einemBaume herkommen, welcher 'zu dem Geschlechte der Fichten gehört, eineAnnahme, welche durch die Untersuchungen unserer Zeit einen hohenGrad von Wahrscheinlichkeit gewonnen hat.

Das eigentliche Mutterland des Bernsteins ist, wie schon den Altenbekannt war, das eigentliche Preußen, wo er längs den Küsten der Ostseetheils im aufgeschwemmten Lande, theils im Meere gefunden, und aus er-sterem auf bergmännische Art durch Stollen und Schachten gewonnen, ausdem Meere aber mit Netzen gefischt, oder auch aus demselben, besonders imSpalhcrbste bei durch Sturm bewegter See, ausgeworfen wird, indem dieauf dem Meeresgrunde lagernden Bernsteinstücke aufgenommen, und ge-wöhnlich in Tangarten eingewickelt dem Ufer zugeführt werden. Bei den zuunternehmenden Nachgrabungen nach Bernstein wird sehr auf die Erdschich-ten geachtet, die das Daseyn des Bernsteins verbürgen. Die oberste Schichtbesteht nämlich aus Sand; unter derselben befindet sich ein Lehmlager undunter diesem stößt man auf Schichten fossilen Holzes, in dessen Nähe derBernstein lagert, gewöhnlich auf einer Schicht Schwefelkies, oder auch wohlAlaunmineral. Mit kleinen spatenförmigen, etwa iz Zoll breiten EisenWird nun vorsichtig der Bernstein, um das Zerbrechen der größeren Stückezu verhüten, ausgegraben. Eine Untersuchung der sogenannten Bernstein-erde von Hagen findet sich in Schweigger's N. 1. 1822 . IV. S. 273.Schweigger (dessen Beobachtungen auf naturhistorischcn greifen S. izz.und daraus in Schw. N. I. 1822 . IV. S 278.) sah mehrmals 3—5Zoll lange Schichten von Bernstein zwischen gleichen Schichten des fossilenHolzes, ja öfters mehrere abwechselnde Lagen von Bernstein und Holz, oderletzteres mit Bernsteinkörnern reichlich angefüllt. Die vorkommenden Stückesind von sehr verschiedener Große bis zu mehreren Pfunden. Das größteStück Bernstein, welches wohl je gefunden worden, ist wahrscheinlich das-jenige, welches in Ostpreußen zwischen Gmnbinnen und Jnsterburg in einemGraben gefunden, und von vem Herrn Medicinalrath Hagen (Beiträgezur Kunde Preußens 1824. S. 507.) beschrieben worden ist. Es ist iz;Zoll lang, Zoll breit, auf der einen Seite 5i Zoll, auf der andernJost dick, und wiegt 15 Pfund -5b Loth, Die Farbe ist eine vorzüglichschöne Kummstfarbe. Es befindet sich in dem Mineraliencqbinet des königl.Bergwerks- und Hütkendepartements in Berlin. Eine getreue kunstvolleNachbildung dieses merkwürdigen Stückes wird in dem Cabinet der ökono-mischen Gesellschaft zu Königsberg aufbewahrt. Hr. Medicinalrath Hagenhat g, g. O. zugleich eine sehr interessante Sammlung von Nachrichten überandere große Stücke Bernstein gegeben. Kein jetziger europäischer Baumliefert, bemerkt Schweigger, Harz in so großen Massen und in solcher