g58 Lulplinr
geht; hierauf, wenn die Hitze näher kommt, entzündet sich und ver-brennt das Eisen zugleich mit der andern Halste des Schwefels, unddurch die hierdurch erregte Hitze desiillirt der Schwefel aus dem zunächstdarüber liegenden Schwefelkiese, was auf ähnliche Art immer weiteraufwärts gebt, so lange noch vom Kiese etwas uuverbrannt ist. Wenndiese Operation ohne allen Verlust vor sich ginge, so würde die eineHälfte des Schwefels in dem Ranchfange sublimirt erhalten werden,während die andere, in schwefelst Gas verwandelt, wegginge; aberman erhält weit weniger Schwefel, als die Theorie vorauSsel^. weilviel davon verbrennt. Der erhaltene Schwefel ist mehlig und sehr un-rein; er wird durch Destillation in eisernen Gefäßen gereinigt.
An mehreren Orten Deutschlands erhält man Schwefel beim Rostenarsenikhaltiger Erze. Dieser Schwefel ist von Arsen verunreinigt, und mankann den Arsenikgehalt leicht entdecken, wenn man die Schwefelblumen mitSalzsäure (nach Westrumb auf 500 Gran Schwefel 600 Gran Salpe-tersäure und 400 Gran Salzsäure) in der Wärme behandelt, die Auflösungzur Trockne abdnnstet, und daraufin verdünntem Weingeiste auflöst. DieseAuflösung enthält nun eine Verbindung von Arsenik und Salzsäure, undwenn man eine kleine glänzende Jinkstange hineinstellt, so scheidet dieses dasArsenik aus, und überzieht sich mit kleinen dünnen dunkelfarbigen Metall-sckmppen, welche, auf glühende Kohlen gelegt, sich mit dem knvblaucharti-gcn Gerüche des Arsens verflüchtigen. Geiger und Neimaun (Geiger'sMagazin. August 1827 . S. 1 Z 1 .) haben, in Folge vielfältiger von ihnenangestellter Versuche, zur Entdeckung des Arsens im Schwefel, in derSchwefelmilch, die Digestion desselben mit Aetzammvniak empfohlen, indemdadurch noch 0,0006t Arsengehalt angezeigt werde. Das in Aetzammvniakauflösliche Schwefclarsen befindet sich in der Auflösung, und wird durch imUeberschuß zugesetzte Chlorwafferstoffsäure mit gelber Farbe ausgefällt. Dieüberstehende Flüssigkeit ist jedoch noch arsenikhaltig, indem sie arsenigsauresAmmoniak enthält; durch in dieselbe geleitetes Schwefelwafferstoffgas wirddieses zersetzt, und gleichfalls Schwefelarsen gefällt. Aus der Menge desdurch beide Niederschlüge erhaltenen Schwefelarscns läßt sich leicht die Mengedes Arsms berechnen. Die Verunreinigung des Schwefels mit Selen giebtsich durch eine schmutzige, orangegelbe Farbe zu erkennen, und diese Ver-bindung von Schwefel mit Selen wird leicht von Königswasser zersetzt. Derunaufgelvste Schwefel hat hier und da röthliche Flecken, und behält das Se-len sehr lange zurück; wenn er aber in der concentrirten sauren Flüssigkeitschmilzt, und nach der Abkühlung eine gelbe Farbe annimmt, so ist er vonSelen frei. Nach Bau qu elin's Untersuchungen enthält der meiste na-türliche Schwefel Bitumen. Von diesem leitet derselbe auch den stinken-den Geruch ab, den manche im Handel vorkommende Schwefelsortenbeim Erwärmen von sich geben, indem der flüchtigste Theil des Bitu-mens bei der Reinigung des Schwefels durch Destillation mit übergehe.
Der Schwefel hat eine schöne hellgelbe Farbe , und der krystallisirte