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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Ulmus

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Die gemeine Ulme ist ein schnell wachsender, starker, gerader undansehnlicher Baum, welcher eine Höhe von 60 —80 Fuß erreicht. Erfindet sich an den Rändern der Wälder und Dörfer, und wird häufigin Alleen gepflanzt. Die glatte Rinde desselben ist bräunlich-aschgrauund an alten Stämmen etwas rissig; die Aeste sind immer glatt. Dieabwechselnden Blätter sind kurzgestielt, dunkelgrün, eiförmig, zugespitzt,am Grunde ungleich und doppelt gesagt. Die grün-röthlichen, fast stiel-losen Blumen stehen in Haufen zusammengedrängt an den äußerstenZweigen. Der Kelch ist bleibend, einblättrig, inwendig gefärbt undfünfspaltig. Die Blumenkrone fehlt. Die 5 Staubfäden haben dunkel-rothe Staubbeutel. Die Frucht kFlfigelfrucht) ist glatt, kreisrund,dünn, an der Spitze herzförmig ausgeschnitten, einfacherig und einsaamtg.

Die Traubenrüster erreicht gleichfalls eine bedeutende Höhe und Stärke,wächst aber langsamer. Die Aeste sind lang, abstehend und mit zahlreichenkurzen zweireihigen, sparrig abstehenden Zweigen besetzt. Die Rinde ist andem jungen Stamme und den Aesten glatt, bräunlich oder schwärzlich, undnur an den jüngsten Zweigen behaart. Die vor den Blättern ausbrechendenBlüthen sind hier gestielt, wodurch sich diese Art unterscheidet. Die Fruchtist eine runde, häutige, gelbliche, flach zusammengedrückte einsaamige Flü-gelfcucht, die am Rande mit zarten Haaren gewimpert ist.

Von beiden Bäumen wird die officinelle Ulmenrinde, Rüsterborke,von den dünnern AesteN alter Bäume oder von den Stämmen jungerBäume gesammelt, und von der äußern, spröden, rauhen, braunen,gerucb- und geschmacklosen Oberrinde befreit. Die innere Rinde ist imfrischen Zustande gelblich, getrocknet aber rothbräunlich, und hat einensehr schleimigen, etwas scharfen, bitterlichen, zusammenziehenden Ge-schmack, aber keinen Geruch. Die Rinde der ganz jungen Zweige ent-hält eine solche Menge des Schleims, daß er sich in Fäden ziehen läßt.

Nach Vanquelin (Schw. I. IV. S. 8L.) enthält der im Maiaus dem Stamme gezapfte Saft essigs. Kali, cssigs. Kalk, vegetabilischeMaterie, kohlens. Kalk und Talk, Kohlensäure, eine Spur Syrup,schwefelst und salzs. Kali. Durch das Aufbewahren zersetzt sich derSaft, und enthalt dann freies Kali. Vauquelin untersuchte aucheine schwarze und weiße Substanz, aus den Geschwüren alter krankerUlmenbäume fließend, und an der Rinde trocknend. Er fand, daß dieBildung und Absonderung des Kalis, im Vergleiche zu dem Kalige-halte des gesunden Saftes, erstaunend groß sey.

Das über die Rinde abgezogene Wasser hat einen bittermandelwas-serähnlichen Geruch, der sich auch beim frisch bereiteten Decocte zeigt.Eine Unze der Rinde enthält nach Davy i; Gran Gerbestoff. Außer-dem enthält die Rinde viel grimmige und schleimige Theile, etwas Koch-salz, oralst Kalkerde, und sehr wenig harzige Theile.

Die Ulmenrinde wird in der Abkochung verordnet; wegen des Gehalts-n Kochsalze darf diese nicht mit Quecksilbersalzen, und wegen des adstrin-

D u l t's preuß. Pharmak. 1. 63