Vsnilia
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in den Winke!» der Blätter, die besondern Blüthenstiele von eiförmigenBrakteen unterstützt. Die Blumenhülle ist ansehnlich groß und bestehtaus 5 ausgebreiteten, lancettförinigen, zugespitzten, etwas wellenförmigen,grünlich-weißen Blättchen; das t-sllellum ist fast so lang als diese Blätt-chen am Grunde in ein Rohr zusammengerollt, in welchem wahrschein-lich die Geschlechtstheile verborgen sind. Frucht: eine lange, dünne,walzenförmige, schotenartige Kapsel mit einem wohlriechenden Markund zahlreichen kleinen Saamen gefüllt.
Diese Frucht, die Vanille, sammelt man vor ihrer völligen Reifeein, hangt sie im Schatten auf um sie gehörig zu trocknen, und über-streicht sie hierauf zweimal mit Oel, damit sie nicht weiter eintrockneund vor Insecten geschützt sey. Sie wird alsdann in kleine Bündel von7 — 8 lsnzen zusammengebunden, jedes derselben m Blei eingewickelt,in kleine Kisten gepackt und versendet.
Die Vanilleschote ist L - 6 Zoll lang, gerade, cylindrisch, doch etwaszusammengedrückt, in der Mitte etwas verdickt, au beiden Enden ver-fchmälert, und daselbst gekrümmt, der Lange nach (durch das Austrock-nen) runzlig-gefurcht, rvthlichbraun, schimmernd, auf der Oberflächefettig anzufühlen, zwar biegsam, aber doch zerbrechlich. Von außen istsie öfters mit einem weißen, krystallinischen, nadelförmigen Anfluge vonVenzvLfaure überzogen, inwendig enthält sie ein weiches, öliges, schwärz-liches Mark, und eine große Menge kleiner, schwarzer, runder undglänzender Saqmen. Die Vanille hat einen äußerst angenehmen, ge-würzhasten, eigenthümlichen, dem Perubalsam ähnlichen Geruch, einenfettigen, gewürzbasten, säuerlichen, angenehm balsamischen Geschmack.
Es giebt noch andere Sorten Vanille (vergl. Martius in Buchn.Report. XXVl. S. ZN2.1, von Spielarten der Pflanze eingesammelt, diesich zum Theil durch ihre größere Dicke bei geringerer Länge, durchtheils schwärzliche, theils weißliche, nicht glänzende Farbe, durch den ge-ringern Wohlgeruch knack pernviamscbem Balsam, mit welchem sie über-strichen worden) und dadurch unterscheiden,daß sie mehr gerundet und mehrkrumm gebogen sind, als die ächten. Auch soll verfälschte Vanille vorkom-men; wenn nämlich die Früchte am Stocke zu reif werden, so springen sieauf und lassen eine balsamische Flüssigkeit ausfließen, welche an der Luftdick wird und ein wahrer Vanillebalsam ist, der aber nicht bei uns bekanntist. Die Vanille, aus welcher derselbe geflossen, ist begreiflich von weitgeringerer Güte, als die andere, dessenungeachtet wird sie von den dortigenEinwohnern unter dieselbe gemengt, nachdem sie mit einem fremdartigenStoffe angefüllt, und die Oeffnung verklebt oder zugenäht worden, was jeneLeute sehr geschickt bewirken. Man muß daher die Schoten genau besichtigen.
Das ätherische riechende Princip scheint wohl der vorzüglich wirksameBestandtheil der Vanille zu seyn, doch ist es nicht gelungen, ein ätherischesOel in Substanz zu erhalten, obgleich das Destillat den Vanillegeruch be-sitzt. Das ölige Mark läßt auf dem Papier einen Fettfleck zurück. Der