Mathcm. und physische Geographie. 5Z
finden sich bereits in den ältesten Schriftstellern Andeutun-gen; aber die physische Geographie als systematischeWis-senschaft ist ebenfalls ein Produkt der neuern Zeit. Einmalwaren die Reisen im Alterthum höchst mühsam und gefährlich/und dann gieng vieles von dem ohnehin nur gelegentlichBeobachteten sogleich aus Mangel der Mittheilung verloren.ES ist übrigens unmöglich/ in einer historischen Skizze diephysische Geographie von der im engern Sinn sogenannten-G.zu trennen/ da beide stets Hand in Hand giengen. Wir müssendaher eine Uebersicht der Entwicklung der geographischenKenntnisse überhaupt geben.—Noth/ Krieg und Handel habendieselben fast gleichmäßig gefördert. Die Phönizier gelten alsdas älteste seefahrende und entdeckende Volk; scheinen aber bis900 v. Chr. nur die Küsten des Mittel- und zum Theil des schwar-zen Meeres gekannt zu haben. Sie segelten mit Aegyptcrn undHebräern durch den arabischen Meerbusen nach dem persischen/und selbst nach Indien. Vielleicht ist „Ophir" Guinea/ unddas „Affenland" Ceylon. In uralter Zeit giengen schon Kara-vanen durch den asiatischen Kontinent. — Hamilko der Char-tager soll zuerst 550 eine Entdeckungsreise nach Norden gemachthaben. Schon 670 v. Chr. war unter dem ägyptischen KönigNecho eine Expedition zur Beschiffung der Küsten Afrika'Sabgesendet worden. Hanno beschiffte 500 v. Chr. abermalsAfrika. — Die Griechen kannten in den frühesten Zeiten nurdie nächsten Gegenden. Argonautenzug Goo v. Chr. Ho-mer'schc Geographie.—Herodot „der Vater der Geschichte" 450v. Chr. kannte Päonien und einen Theil der Ufer des schwar-zen MeercS/ kam in Asien bis Babylon und Susa/ besuchteAcgyptei,/ Cyrene und Italien. AuS Nachrichten kannte erauch Indien/ Arabien/ und sehr gut das innere Afrika; un-sicher Spanien/ England/ Mitteleuropa/ besser Ligurien unddie Nhonemündungcn. Zu seinerzeit entdeckten die Phönizierdas „Zinnland" und „Bernstcinland"—England und Preußen.— Durch Scylax und PythcaS wurden die geogr. Kenntnissesehr vermehrt; durch erstem jene der Küsten des MittelmcereS/durch letzter» die der Nordküstcn Galliens/ des „ZinnlandS"und „Thulc'S." Um PykheaS Zeit entdeckten die Flotten derPtolemäer Dekan und Malabar- — Durch Alexander'S Zügelernten die Griechen einen großen Theil von Mittelasien undIndien kennen. Später wurde Alexandria der Mittelpunkt/in welchem die Schätze des Wissens und ForschenS zusammen-flössen. — Um 250 v. Chr. suchte EratostheneS/ „der ersteGeograph" hie Lage jedes Volks und OrtS zu bestimme»/Und sammelte alle geographischen Nachrichten. — Das allmälig
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