Mineralogie. (Oryktognosie.)
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tung. — Werner hatte die Krystallformen und die chemischenVerhältnisse viel zu wenig gewürdigt und sein System erscheintdaher nur als eine nothwendige Durchgangsstufc. Auf dieWichtigkeit der Krystallgestaltcn Hatte schon Rom--' de l'ZSleaufmerksam gemacht/ aber sie wurde ihrem ganzen Umfangnach erst erkannt/ als Hauy'S bewundernSwerther 6<-NinerillvAie 1802 u. f. I. erichienen war/ in welchem die Kry-stallographie zuerst wissenschaftlich begründet wurde. Seitdemerfreute sie sich besonders in Deutschland der umfassendstenBearbeitung/ und Weiß/ Naumann/ Neumann/ MohS/ Ger-mar/ Graßmann/ Breithaupt/ v. Räumer/ Kuppfcr u. A. habensich um sie bleibende Verdienste erworben. — Gleich sehr wurdeseit dem Anfang dieses Jahrhunderts/ (zum Theil auch nochdurch Bergmann und Scheele gegen das Ende des vorigen)die chemische Untersuchung der Mineralkörpcr gefördert. Kir-wan/ Klaproth/ Vauquclin/—in neuester Zeit Proust/ Rose/Mitscherlich/ FuchS/ Kobell u. A. sind hier besonders zu nen-nen. Chemische und krystallographische Untersuchung unter-stützten sich wechselseitig/ bald indem die erstere die durchletztere angezeigte Verwandtschaft gewisser Mineralien bestä-tigte/ (so des Berylls und SmaragdS/ Jargons und Hyacinths/Korunds und der Tblesie rc.) bald indem die chemische Analysezur Trennung mancher Mineralien bestimmte/ welche der kry-stallotomischesi als identisch erschienen waren. Häufig entschiedauch die chemische Untersuchung über die wahre Stellungzweifelhafter Mineralien. — Während Cronstedt und Berg-mann kaum ioo Mineralgattungen kannten/ zählt die neuereMineralogie ohne die oft höchst wichtigen Varietäten / mehrereHundert auf/ die fast alle nach chemischen/ krystallographischen/elektrischen/ magnetischen Verhältnissen/ äußerer Erscheinungund Vorkommen durchgreifend untersucht sind. — Der Gegen-satz/ welcher in der neuesten Mineralogie hervorgetreten ist/beruht auf der differenten Ansicht der Klassifikationsprineipien.Die Schule/ an deren Spitze MohS steht/ will eine natur-historische oder eigentlich eine physikalische Behandlungder Mineralogie/ stützt sich auf scharfe Charakteristik/ strenglogische Kennzeichenlehre/ und besonders auf die Krystallform.Die Ergebnisse chemischer Analyse werden im Systeme vonMohS (niedergelegt in seinem „Grundriß der Mineralogieund in den „Leichtfaßlichen Anfangsgründen der Natur-geschichte des MineralreichS") nur als Zusatz beigefügt.MohS's System/ welches eine eigenthümliche Nomenklaturhat/ zeichnet sich auf seinem Standpunkte durch großeKlarheit und Konsequenz aus. Ihm sind in der Hauptsache