Band 
I. Band.
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Geschichte der Naturwissenschaften.

SO

der Botanik auf. Aus der alexandrinischen Schule gicng kein be-deutender Botaniker hervor. Die Römer hatten einen zu wenigphilosophischen und zu praktischen Geist, als daß die reine Bota-nik von ihnen hätte gefördert werden können, wogegen ihreVerdienste in der angewandten unläugbar stnd. Cato, welcherein Buch üe re lustics schrieb / soll ein geschickter Oekonomgewesen sein, Virgil besang in den 6 <-or»>ciz den Landbau,zeigte posttivc Kenntniß der ökonomischen Pflanzen und schil-derte mit dichterischer Uebertreibung die Wunder des Pfropfens.Columclla wußte, daß stch unähnliche Pflanzen nicht aufeinan-der pfropfen lassen. DioSkoridcS, Zeitgenosse des Nero, istder zweite bedeutende Schriftsteller in der Botanik des Alter-thums. AuS seinen ungemein oft kommcntirten Schriftenschöpften die Aerzte und Apotheker bis zum Schluß des Mittel-altcrS. System, Anatomie, Physiologie sind ihm unbekannt,der Arzneigebrauch das wichtigste. Sibthorp'S und AndererBemühung gelang e§, einen großen Theil der von DioSkoridcSbeschriebenen 1200 Pflanzen zu bestimmen. Von des PliniuSMsior!» nmnrslis handeln die Bücher XII. bis XXVII. einschließ-lich von den Pflanzen. Unter den Arabern zeichneten stchdie Aerzte RhazeS und Avicenna durch umfassendere Pflanzen-kenntniß aus. Durch die berühmte, im I 2 ten Jahrhundertblühende Schule von Salerno kamen ihre Schriften auf uns. Arabische und persische Aerzte hatten dsn Pflanzen desDioSkoridcS etwa 200 beigefügt; das Mittelalter hatte dieseZahl um nichts vermehrt, so daß die Zahl der bis zum lötenJahrhundert bekannten Pflanzen etwa läoo betrug. Bis andas Ende des löten Jahrhunderts hatte man sich begnügt,Thcophrast, DioSkoridcS und PliniuS zu lesen. Jetzt began-nen botanische Werke zu erscheinen; zuerst lä80 ein kleinesBuch von EmiliuS Macer, schon mitfreilich sehr rohen Ab-bildungen geziert. Etwas besser w^ren die Tafeln des Peterde CreSzentiiS von Bologna. In diese Zeit fallen auch dieWerke des Theodor Gaza, Valla, BarbaruS, LconicenuS, Vcr-giliuS, Monardüs. Auf italienischem Boden begannen diemeisten vom Alterthum übrig gebliebenen Keime zu treiben.Freilich kopirte man fast immer noch die Alten, und wendetehäustg ihre Namen und Beschreibungen auf ganz verschiedenePflanzen an. Marko Polo, Simon dc Cordo lernten durchihre Reisen im Orient eine Menge den Alten unbekannterPflanzen kennen; auch das mittlere und nördliche Europa botderen eine große Zahl dar. Man war also vielfach veranlaßt,vom Bücherstudium zu dem der Natur überzugehen. OttoBrunfcls, gest. lösä, beschrieb und bildete die Pflanzen Frank-