130 Allgemeine Naturgeschichte. H. Buch.
Die gewöhnliche Kohle absorbirt alle Gasarten; frisch gebranntund gepulvert nimmt sie aus Flüssigkeiten die fremdartigen Be-standtheile an sich. 57 ,, Kohlenstoff geben mit 42,§ SauerstoffKohlenoxydgas; 27,27 Kohlenstoff mit 72 , 7 g Sauerstoffgas kohlen-saures Gas. Dieses ist 1,524 mal schwerer als atmosphärische Luft,und läßt sich bei 0 ° Temperatur und 3« Atmosph. Druck zu farbloserFlüßigkeit verdichten. 2 Vol. kohlensaures Gas geben mit t Vol.StickgaS Cyan; CyangaS mit 8,55 Prozent Wasserstoffgas erzeugtdie Blausäure. — Der Kohlenstoff ist ein Hauptbestandthcil derorganischen, vorzüglich vegetabilischen Körper; im Mineralreichbildet vorzüglich er den Graphit, die Kohlenblcndc rc.
5) Silicium, Kieselstoff, erscheint als ein fester, glanz-loser, dunkelbrauner, unschmelzbarer^ stark abfärbender Körper,sehr ähnlich dem Bor. Frisch bereitet und im SauerstoffgaS ge-linde erhitzt, verbrennt er und giebt die Kieselsäure, sonst Kiesel-erde genannt. Diese besteht nach Bcrzelius aus 48 ,02 Silicium,und 51,gz SauerstoffgaS, ist weich, fühlt sich rauh an und wiegt2 ,gg. — Mit kohlensaurem Kali glühend gemacht, verpufft derKieselstoff. Er brennt auch in Chlorgas und stark erhitzt in Schwe-fcldunst. Die (ungemein verbreitete) Kieselsäure bildet mit Alkaliendas Glas, mit Kalk den Mörtel, mit Thonerde gebrannt die irde-nen Gefäße.
«) Aluminium-, Thonerdemetall. Zeigt sich als grauesPulver, das durch den Polirstahl zinnweiß, metallisch glänzendwird. Stark geglüht verbrennt es mit Heller Flamme, und esverbinden sich hiebet 52,g 4 Theile mit 47,gg SauerstoffgaS zur weißenfettigen Thonerde; diese bildet mit Wasser einen knetbaren Teig,beim Trocknen mit 35 Proz. Wasser ein durchscheinendes Hydrat,verbindet sich mit dem Kali, Natron und den meisten Erden, undwird mit salpetersaurem Kobalt befeuchtet durchs Glühen zu schönblauem Pulver. Für sich geglüht wird sie hart, in Wasser ist sienicht, in Säuren ziemlich schwer auflöslich. Sie ist sehr verbreitetüber die Erde und findet sich am reinsten im Saphir und Rubin.
7) Zirkonium oder Hyazinthium erscheint als cisen-schwarzes Pulver, welches nach dem Druck deS PolirstahlS schwachmetallisch glänzende Schuppen darstellt. 732 /z Proz. Zirkoniumverbinden sich mit 26 s^ Proz. Sauerstoff zur Zirkonerde, die sichvorzüglich im Hyazinth findet, und getrocknet und geglüht einkörniges rauhes, si,z wiegendes, im Wasser unauflösliches, un-schmelzbares Pulver darstellt.
8 ) Beryllium erscheint als strengflüßigeS graues Pulver,mit dem Polirstahl gestrichen schwach glänzend. « 8,87 desselbenverbinden sich mit 3i,ig Sauerstoff zu der im Beryll und Smaragdvon Vauquelin entdeckten Beryllerdc, welche weiß, unschmelzbar,