178 Allgemeine Naturgeschichte, n. Buch.
Flüßigkeiten und den leeren Raum verbreitet sich die W. von ihremEntstchungSquell aus in geraden Linien/ wo sie strahlendeW. genannt wird/ mit außerordentlich großer/ aber noch unge-mcsscncr Geschwindigkeit. Ihre Intensität nimmt ab mit demQuadrate der Entfernung vom Entstehungspunkt. Die strahlendeW. geht geradlinig durch die Luft/ ohne merkliche Schwächung/und ohne durch jene in ihrer Bewegung viel gestört zu werden.Die Wärmcstrahlcn lassen sich wie die Lichtstrahlen durch Metall-spiegel/ aber nicht durch Glasspicgel und Linsen konzentriren; auchlassen sich die von einem dunkclroth glühenden Körper kommendengleich den Lichtstrahlen polarisiren. (Wichtige Beobachtungenüber die Polarisation der W. durch Turmaline hat Melloni inden Sitzungen der franz. Akad. vom 25. Jan. und 8. Febr. 1836mitgetheilt, l'inst. 1836. i>- 25 und 4z. Ueber die Polarisation derWärmestrahlen durch fortschreitende Rotation wurde eine Notizvon Melloni und Bist in der Sitzung vom 22 . Febr. gelesen.1'lnst. 1836. x. 71 folg.). Durch die liquiden und festen Körper/und auch durch die Gase verbreitet sich die W. langsam/ allmälig.Sehr gut leiten die Metalle die W., viel minder schon die übrigenschweren und dichten Körper. Setzt man die LcitungSfähigkeit desGoldes nach Deöpretz auf 1000 / so ist die des Silbers 973/ Platins981/ Kupfers 898/2/ Eisens 374/g/ Zinks 303/g/ Bleies i79/§/ Mar-mors 23/g/ Porzellans 12 / 2 . — Die W. dehnt die Körper/ in welchesie tritt/ nach ihrer Beschaffenheit in verschiedenem Grade undnach verschiedenen Gesetzen auS/ und häuft sich in ihnen auch inungleicher Menge an. Die Körper haben demnach verschieden großeWärmekapazität/ vermöge welcher sie verschiedene.Wärmemen-gen bedürfen/ um gleiche Hitzegrade zu erreichen/ und beim Erkal-ten auf gleiche Grade verschieden lange Zeit brauchen. Setzt man dieWärmekapazität des Wassers bei 220 k. auf l/E/ bei 80 ° k. aufl/ 0127 / so ist jene des Eises 0 /^/ des Quecksilbers von 0 °—loo»— 0 /ggzg, der Holzkohle 0 / 2 sgi/ des Brennöls O//,«/ des Eisensv/wss/ des Platins 0 /^ 4 . Der Siedepunkt einer Flüßigkeit hängtnicht allein von ihrer Wärmekapazität / sondern auch von dem aufihr lastenden Druck ab. Stärkerer Druck erhöht / geringerer ver-mindert die Sicdhitzc/ weil im crstern Fall die in der siedendenFlüßigkeit sich bildenden Dämpfe eine größere/ in letzterem/ beigeringerem Druck eine verminderte Spannkraft haben/ und an derOberstäche der Flüßigkeit deren Spannkraft immer gleich den aufihr lastenden Atmosphären ist. Auf dem Montblanc siedet Wasserschon bet 8 <- 0 /zg e./ auf dem St. BcrnhardShospiz bei 92°/^ L./ istdaher zu wenig warm/ um Rindfleisch in demselben weich kochen zukönnen. Die verschiedene Wärmekapazität der Körper hängt ent-weder (nach Dalton/ Dulong und Petit) davon ab/ daß jedes