Beschreibende Darstellung des Sonnensystems. 2
d. M-, daher ihre Oberfläche — tt 1 , 000 , 000,000 sUM., ihr Voluiti— 3/500/000/000,000/000 Kubikmeilen, also mehr als t,300/000malgrößer als das Volum der Erde und ssomal als jenes aller Pla-neten. Wäre die Sonne ausgehöhlt und befände sich die Erde inihrer Mitte, so vermöchte der Mond beinahe in der doppeltenEntfernung, welche er jezt hat, um sie zu kreisen, ohne den Son-nenrand zu berühren. Ihre Dichtigkeit ist ämal kleiner, als jeneder Erde, etwa wie Weihrauch; ihre Schwerkraft und also auch dieGeschwindigkeit des Falles der Körper in der ersten Sekunde nahessmal größer, letztere daher —430 Fuß. Ein Gewicht, was bei unst Ctr. wiegt, würde demnach auf der Sonne 2 g Ctr. wiegen, d. h.mit der Kraft von 2 g Ctrn. auf seine Unterlage drücken; so daßdie Muskelkraft der Organismen der Erde, also auch unser selbstnicht groß genug wäre, sich aufrecht zu halten, sondern wir aufder Sonne, wie Littrow anschaulich bemerkt, von unserer eigenenMasse crdrükt würden. — Die Horizontälparallaxe der Sonne be-trägt für unsern Aequator ihre mittlere Entfernung hic-
nach 20,6S5,800 d. M. — Im Fernrohr gleicht Sie Oberfläche derSonne einem ungeheuren, stets bewegten Lichtmeere. Auf ihmentstehen öfters dunkle Flecken, znm Theil von außerordentlicherGröße; anderwärts Heller leuchtendeStellen, sogenannte Sonnen-fakeln; die ganze übrige Oberfläche zeigt beinahe nirgends gleich-förmiges Licht, sondern unzählige kleine, ihren Ort stets änderndeSchuppen oder Punkte. Einige vergleichen diese Oberfläche mitdem runzligen Ansehen einer Orange; Littrow mit dem Bodensatzeiner flockigen Substanz, die in einer durchsichtigen Flüssigkeitaufgelöst ist. Letzterer vermuthet, daß die Sonnenoberfläche auseinem Lichtmedium bestehe, mit welchem eine durchsichtige, abernicht selbstleuchtende Flüssigkeit vermischt, doch nicht ganz durch-drungen ist, welche nun im Lichtmeere schwimmt, wie unsereWolken in der Luft, oder das Lichtmeer in mächtigen Streifendurchzieht, wie das Nordlicht unsere Atmosphäre. (D. Wund. d.Himm. S.270.)—DasLichtder Sonne ist wahrscheinlich ansichnichtheiß, sondern erregt nur die Wärme in der Materie, welche sie ineigenthümliche Schwingung versezt und hiernach Reibung der Atomebewirkt. Die Newtonianer erklären jedoch die Sonne für einenwirklich brennenden Weltkörper, und Kant z. B. gibt hiernach eineBeschreibung von ihr, die sich gleich gut für die wildesten Re-gionen der Hölle des Dante eignen würde. (Naturgeschichte undTheorie des Himmels in den kleinen Schriften, Bd. i. S. 456).Piazzi hält die Sonne ebenfalls für einen brennenden Weltkörper.Littrow glaubt, daß doch mehrere Gründe für eine sehr hohe Tempe-ratur auf der Sonne sprächen. Da das Licht wie die strahlendeWärme im Quadrat der Entfernung abnehme, müsse die Hize,