216 Allgemeine Naturgeschichte, lll. Buch.
welche die Sonne auf eine Quadratmeile ihrer eigenen Oberflächeausübt / sooMOinal größer sein, als die von ihr auf einer Qua-dratmeile der Erde erregte. Die Sonnenstrahlen gingen mit ganzbesonderer Kraft durch GlaS/ was mit den Strahlen der irdischenFeuer bei weitem nicht in solchem Grade der Fall sei/ die jenendaher an Intensität weit nachstehen. Die blendendsten irdischenFeuer/ wie das indische Wcißfeuer oder das des ungelöschtenKalks verschwänden fast/ auf dem viel Hellern Hintergründe derSonne gesehen. Die außerordentliche Hize/ welche beständigdurch Radiation auf der Oberfläche der Sonne ausgeschieden werde/vermöge dann auch jenes stürmische Hin- und Hcrwogen zu er-klären. Bei allem dem erklärt sich Littrow gegen die zu „krasse"Vorstellung eines eigentlichen Sonnenbrandes/ welchen Newton(und in neuester Zeit Gruithuisen mit großer Beharrlichkeit) durchhineinstürzende Kometen unterhalten lassen. Da die Elektrizität/wenn sie eine sehr verdünnte Luft durchzieht/ Licht und also wohlauch Wärme gebe/so könne ein elektrischer Strom die Sonne umgebenund unser Nordlicht ein Analogen ihres Lichtes sein (>. S. 273 ).—
Schmidt (von den Weltkörpcrn G. t 2 v) stellt sich die Sonne alseine elektrische Kugel vor/ die durch ihren schnellen Umlauf elek-trisches Licht hervorbringe. Er erwähnt einen Versuch des' Pros.Adam zu Cacn/ welcher zwei Körper so gestellt haben soll/ daßsie/ bloß durch Elektrizität angetrieben/ nach den Kepler'schcnGesezen umeinander liefen/ wobei der umlaufende Körper wie einKomet einen' Lichtschwcif nach sich gezogen habe. Don diesemschon t775 ausgeführten Experiment hörte man seitdem nichtsmehr. Auch Euler und Bode sahen die Sonne für eine elektrischeKugel an. — Balz in seiner Abhandlung über den Aether (k>i>k.univ. luin i83o. I>. 1,3-138) vermuthet/ daß die Lichtentwiklungaus der Rotation der Sonne und ihrer Atmosphäre und demKampf dieser mit dem ungeheuren Druke des ActhcrS hervorgehe/weßhalb nicht der Sonnenkörper selbst / sondern die Grenze seinerAtmosphäre leuchte. — Nach Laplace zieht die Sonne unter allenKörpern ihres Systems den im Raum zerstreuten Aether am stärkstenan; dieser verdichtet sich und wird/ nachdem er bis auf einen ge-wißen Grad kondensirt ist/ in Strahlenform von ihr abgestoßen/theils weil seine Expansivkraft mit seiner Dichtigkeit zunimmt/theils weil sie ihm ihre eigene RotationSgeschwindigkeit mit-theilt und er hiernach uns als Licht erscheint/ dessen Geschwin-digkeit aus der Umschwungsschnelle der Sonncnatmosphäre und derRepulsionskraft der Acthertheilchen rcsultirt. (Nach dieser Erklä-rung müßten auch die Planeten / Monde rc. Licht aus dem Aetherzu bilden vermögen / freilich in ungleich geringerem Grade als dieSonne.) Man hat übrigens erst seit i«tc> Mikrometer an den Fern-