220 Allgemein»: Naturgeschichte, lll. Buch.
verschiedenen Gegenden anzustellende Beobachtungen bcstättigtwürde / leuchtet ein. — Die Zone der Sonnenflecken hat in ver-schiedenen Jahreszeiten verschiedene Gestalt und Krümmung. Am1», Juni und tv. Dezember stehen ste in einer geraden/ in allenübrigen Zeiten in einer krummen Linie; am stärksten nach obengekrümmt ist letztere im August/ am stärksten nach unten im Fe-bruar. Dieß .rührt von der Stellung der Erde gegen die Sonneher / nach welcher wir deren Acguator/ oder vielmehr die meistens(vermuthlich wegen der daselbst größern Schwungkraft der Photo-sphäre) in der Aequatorialzone. stehenden Sonnenflecken unter ver-schiedcnen Winkeln sehen. Die wesentlich kreisförmigen Bahnender Sonnenflecken sehen wir im Allgemeinen nur als Ellipsen undnur,'in äußerst kurzen Zeiten an den oben genannten Tagen/ wodie Länge der Erde / von der Sonne gesehen / — 258° und — 78°ist / und die Ebene der Ekliptik mit der Ebene des Sonnenäqua-tors zusammenfällt/ werden wir diesen/ oder richtiger seine et-waige Flcckenzone als gerade Linie sehen. Aus der Neigung derBahnen der Sonnenflekken berechnete man die Länge des aufstei-genden Knotens des Sonncnäquators mit der Ekliptik zu 258°/und die Neigung ihrer beiden Ebenen etwas über 8°. — Zwischendem Erscheinen und Verschwinden eines Fleckens am Sonnen-rande verfließen 27 Tage. Während dieser Zeit hat aber die Erdein ihrer Bahnbewegung beinahe 27° zurückgelegt/ und der Fleckenmuß daher nicht bloß den ganzen Umfang der Sonnenkugel/ son-dern noch 27° mehr zurücklegen/ um von uns wieder an derselbenStelle gesehen zu werden. Legt ein Flecken aber in 27 Tagen387° zurück/ so wird er zu 360° nur 25 Tage und etwa 3 Stundenbedürfe»/ und dieß ist demnach die wahre Zeit/ in welcher sich dieSonne einmal um ihre Axe dreht. — Das Zodiakallicht ähneltjenem der Milchstraße/ ist jedoch Heller/ manchmal gelblich oderröthlich/ und glänzt in der Mitte am stärksten. ES zieht sich vonder Sonne am Horizont aufwärts in Form des Längendurchschnittseiner Spindel. Der breitere Theil befindet sich am Horizonteimmer da, wo die Sonne darunter steht/ und die Spitze ragt sonach oben/ daß die Axe stets unweit der Ekliptik liegt und mitdieser einen Winkel von 7//bildct. Am besten sieht man es in un-sern Gegenden in den lezten Februar- und ersten Märztagen Abendsam westlichen/ in der Mitte Oktober nach Sonnenaufgang am öst-lichen Himmel. Nach Caffini's Beobachtungen sollman das Zodiakal-licht nur sehen/ wenn die Sonne Flecken zeigt/ und nach Andernsoll es auf die Magnetnadel nicht ohne Einfluß sein. Gruit-huisen (Anal. für Erd- und Himmelsk. 3tes Heft S-22) glaubt/da das Zodiakallicht mit den Sonnenflecken/ Nordlichtern undKometenschweifen in Nexus stehe/ habe es die Natur der Kometen-