Beschreibende Darstellung des Sonnensystems. 229
W. Herschel wie 15:16 angegeben/ was wegen der langsamen Axen-drchung wenig wahrscheinlich ist; man trat daher SchrötcrS Be-stimmung von so: 8t bei. In Beziehung auf die Fixsterne dauertsein (sidcrischer) Umlauf 686/gM/ in Beziehung auf den FrühlingS-punkt 686/ggg Tage. Er legt Hiebei im Mittel 3/2 Meilen in derSekunde zurück. Aus den sehr geringen Störungen/ die M. aufdie Erde ausübt / hat man seine Masse auf i/ch dieser bestimmt/wonach die Dichte jener der Erde/ die Fallgeschwindigkeit derKörper auf ihm «/z Fuß wäre. — Bekanntlich ist M. trübroth/wie glühendes Eisen. Schon Achromatcn von 3—4 F. Brennweitezeigen braunrothe und grünliche/ zum Theil sehr beständigeFlecken auf ihm/ die man für Sünder und Meere hält und wonachseine Umlaufszeit auf 24 St. / 39 M. 21 Sek. bestimmt wurde.Gewisse von Harding und Schröter beobachtete Flecken sind anGestalt sehr veränderlich / rücken oft mit einer Geschwindigkeit von50 —so Fuß in d. Sek. über die Scheibe fort und gehören wohl derAtmosphäre des M. an. Caffini und Römer gaben diese sehr starkund dicht an / South sprach sie dem M. ganz ab; beide Ansichtengründen sich auf Beobachtungen von Sternbcdeckungen/ wobei dieErstem den Fixstern allmältg dunkler werden und noch vor demRand verschwinden: Letzterer einen hellblauen Stern Farbe undLicht bis zur Bedeckung vollkommen beibehalten und auch beimAustritt ohne Aenderung zeigen sah. Entweder sind also Caffi-ni'S und Römer's Beobachtungen ungenau/ oder der physische Zu-stand des Planeten hat sich verändert. (Littrow glaubt South'SWahrnehmung aus der außerordentlichen Lichtstärke und Präzisionseines Refraktors zu erklärest.) Die Abplattung des M. be-stimmte W. Herschel zu '/,§/ Andere viel kleiner. An jedem Polgewahrt man einen runden/ blendend weißen Fleck/den man nachHcrschelS/ Gruithuiscns / Becrs und Mädlers Beobachtungen mitGrund für Polarschnee hält / weil beide im Sommer jeder Halb-kugel immer kleiner / im Winter immer größer werden. Flauger-gucs bemerkt übrigens/ daß die Verkleinerung dieser Polarfleckcn(von welchen der südliche größer ist)/schneller fortschreite/als dasSchmelzen des Schnees auf der Erde. — Aus diesen Flecken be-stimmte man die Neigung des Aequators auf die Bahn zu 28« 42//weßwegen die Jahrszeiten auf MarS/ abgesehen von ihrer größer»Länge/ ziemlich mit den unsrigen übereinstimmen mögen. — M.empfängt nur halb so viel Licht von der Sonne/ als die Erde.—Die große Exzentrizität der Marsbahn führte Kepler auf die Ent-deckung der .Elliptizität der Planetenbahnen; in neuerer Zeitlernte man durch M. zuerst die Sonnenparallaxe genau bestimmenund hiedurch die Größe des Planetensystems kennen.