Entstehung/ Entwicklung u. Untergang d. Weltk. 289
solche Art geordnet/ daß es die größte Beständigkeit behauptenmüsse/ wenn diese nicht durch äußere Ursachen gestört werde.—Cacciatore's Genesis des Sonnensystems gleicht sehr der von La-place aufgestellten. Er nimmt jedoch an/ daß die Planeten ihrenUrsprung einer Explosion aus der Sonnenmasse verdanken.Die in Luftform von der Sonne ausgestoßencn Stoffe bildetenanfangs eine unermeßliche Atmosphäre/ welche ihr bei der Axen-drehung folgen mußte. Durch das Erkalten zcrsiel sie in mehrereZone»/ aus welchen sich die Planeten formten/ ohne sich von demAcquator der Sonne zu trennen / und ohne aufzuhören/ sich nachderselben Richtung zu bewegen. Diese Sonnentheilchen/ obgleichnun in Planeten vereinigt / besitzen hiernach noch immer dieselbenKräfte/ wodurch die besondern Bewegungen der Planeten bewirkt
< 1 . se. msiliem. et nro. ^>. 27 H.)
Laplace'S Hypothese ist in neuester Zeit durch A. Comte näherausgeführt worden in einem im Januar 183Z vor der Akademiezu Paris gelesenen Memoire. Die Sonnenatmosphäre war sonstbis über die Uranusbahn hinaus ausgedehnt / und rotirte mit derSonne sehr langsam. In verschiedenen Phasen der Erkaltungsonderten sich Gaszonen von ihr ab/ aus denen sich die Planetenbildeten/ die nun fortfuhren in der nämlichen Zeit um die Sonnezu laufen/ welche diese bei der Bildung der jedesmaligen Planetenzu ihrer Rotation nöthig hatte. Auf ähnliche Weise sondertensich die Monde aus den Planet?natmosphären ab. Mit der Erkal-tung und Verdichtung der Sonnenatmosphäre nahm ihr Umfangimmer mehr ab/ und die Rotation der Sonne wurde immerschneller/ woraus sich die schnellere Bahnbewcgung und größereDichtigkeit der sonnennähern Planeten erklärt. Comte sindet dieseVoraussetzungen durch den Kalkül bestättigt/ und entwickelt durchdenselben/ daß z. B. die Sideralumwälzung des Mondes genauso lange dauert/ als eine Erdrotation dauern würde/ wenn unsereAtmosphäre bis zur Mondbahn reichte; dasselbe Verhältniß fändebei den Monden der übrigen Planeten statt. Wäre die mathema-tische Grenze der Sonnenatmosphäre merklich unter ihrer jetzigenwirklichen Ausdehnung/ so dürfe man noch die Formation eines neuenPlaneten inner der Merkursbahn hoffen. Die mathematische Grenzeder Sonnenatmosphäre betrage aber 36 Sonnenhalbmesser/ also vielmehr als die jetzige Ausdehnung derselben/ woraus folge- daß dieBildung des Sonnensystems vollendet sei^ (I'lnsiltut,i835. l>. 3i. sq.)
Eine der am besten (auch mit Rücksicht auf Physik undChemie) durchgeführten neuern kosmogenetischen Hypothesen istunstreitig die Aggregationstheorie GruithuisenS / derenerste Keime bereits v. Zach und Marschall v. Biederstem gege-ben haben. G. hat sie nach und nach immer mehr ausgebildet/
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