Entstehung / Entwicklung u. Untergang d. Weltk. 297
demonstriren, dann, aber nicht eher, wollen wir jene tadeln,welche, wo uns mehr als irgendwo die sinnliche Anschauungverläßt, zur geistigen ihre Zuflucht nehmen, und nach Denk-gesetzen konstruiren, wo keine mechanischen ausreichen wollen.
Nachfolgende wenige Bemerkungen, welche wir nur alsAnregung zur Forschung aufgenommen sehen möchten, sollendieses Hauptstück beschließen. Wir haben im Sonnensystemedie merkwürdige Erscheinung vor uns, daß 11 Planeten und18 Monde, also 29 heterogene Individualitäten (von denKometen nicht zu sprechen) trotz aller speziellen Verschiedenheitzu einem harmonischen Ganzen vereinigt sind. Während vonLaplace nur die Erkaltung und Verdichtung, von Kant undGruithuisen nur Anziehung und Aggregation als Grund derPlanetenbildung angegeben werden, möchten wir die Frage aus-werfen, ob dieselbe nicht vielmehr als Produkt einer noth-wendigen Evolution der gleichartigen Sonnenmasse, als einDifferenziren derselben anzusehen sei, welches auf ähnlicheWeise erfolgte, wie der Keim eines sekundären Organismusin bestimmter Zeit der Entwicklung in seine Organcnsystemeauseinander tritt. Es ist nicht nur möglich, sondern höchstwahrscheinlich, daß sich einmal vorhandene Weltkörper durchAggregation vergrößern; nie wird aber das regelmäßigeWachsen der Entfernungen und Tüchtigkeiten, wie man siein unserem Systeme bemerkt, aus bloßer Aggregation erklär-. lich sein. In den Distanzen der Planeten von der Sonnesind Verhältnisse ausgesprochen, jenen der Schwingungsknoteneiner tönenden Seite vergleichbar, — in ihren Tüchtigkeitenist im Ganzen genommen eine beständige Abnahme von denSonneünächsten zu den Sonnenfernsten vorhanden. — In derEntwicklung der sekundären Organismen, z. B. der Thierebemerken wir, daß der Keim zuerst aus einer homogenenMasse besteht, von all den verschiedenen Organen und denmeisten Stoffen, welche später sich entwickeln, nichts vorhandenist, und sie erst im Fortschritt der Bildung, durch Wirksamkeitder im Keime verschloßenen gestaltenden Seele immer deut-licher, geschiedener und bestimmter hervortreten. Wir denken,daß auf analoge Weise 'auch das Planetensystem ans der