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Allgemeine Naturgeschichte. IV. Buch.

sekundärer Organismus mehr gedeiht. — Gehen wir nachdiesen allgemeinen Reflexionen zu einer wissenschaftlichenBetrachtung der Atmosphäre über.

Die Gestalt derselben ist im Allgemeinen die eines Ellipsoids/durch Umdrehung um die kleine Axe entstanden. Sie ist bedingtdurch die Rotation der Erde und die um den Aequator hiedurcherzeugte größere Schwungkraft/ wodurch die Schwere und Anzie-hung der Erde gegen die Lufthülle daselbst vermindert wird/ unddann durch die größere Erhitzung und Ausdehnung der Luftschich-ten unter dem Aequator. Hieraus folgt auch eine regelmäßigeStrömung in der Atmosphäre/ indem die leichtern obern Luft-schichten vom Aequator nach den Polen hin abfließen/ und dieschwerern dichter« von den Polen her nahe an der Oberfläche derErde wieder zum Aequator strömen. Die Exzentrizität des Luft«sphäroids ist indeß nur gering / indem seine Abplattung nur zu'*/zs8 angenommen wird. Um die Höhe der A. zu bestimmen/ hatman verschiedene Wege eingeschlagen. Die Aufgabe ist um soschwieriger/ weil sie nicht gleich dicht ist/ sondern nach oben zuan-Dichtigkeit abnimmt/ da ihre untern Schichten durch denDruck der obern immer mehr komprimirt werden. Nach dem Ge-setz von Mariotte und Boyle ist die Dichtigkeit der Luft derzusammendrückenden Kraft direkt proportional/ und die A. müßtedaher unbegrenzt sein/ da der Druck stets abnimmt/ und hier-nach die Schichten immer höher/ bei unendlich geringem Druckeaber unendlich hoch werden müßten. Mariotte selbst nahm indeßwillkührlich an/ daß die Luft nur äoskmal dünner werden könne/als sie an der Erde ist/ und ihre größte Höhe daher t5 Stunden/jede zu 12 /voo Fuß betrage. Nach Laplace konnte sie auf keinenFall höher reichen als bis zu dem Punkte/ wo die mit der Höhezunehmende Centrifugalkraft mit der Schwere ins Gleichgewichtkommt. Dieser Punkt findet sich in einer Höhe von 5682/2 g.Meilen/ wo ein Mond um die Erde in 24 Stunden laufen würde.Jedes Lufttheilchen über dieser Höhe müßte wegen überwiegenderSchwungkraft die Erde verlassen. G. Schmidt ging von demGrundsätze aus/ daß die Grenze der A. da liege/ wo die spezifischeElastizität der Luft mit der Schwere ins Gleichgewicht kommt.Die Höhe der A. wäre nach diesem Gesetze unter dem Aequatorfür 2Z0/4 k. mittl. Temp. 27/z Meilen; unter den Polen für o°«.mittl. Temp. 27/j M- Nach der Dämmerung wäre die Grenzeder A. in einer Höhe/ wo die Luft dünner ist als sie durch eine guteLuftpumpe gemacht werden kann/ nämlich bei 7 g. Meilen/ wosie schon so dünn ist/ daß sie kein Licht mehr rcflektirt. ES istindeß sehr wahrscheinlich/ daß die Höhe der Atmosphäre höchstens