Band 
I. Band.
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Das Meer u. d. Gewisser d. Erdfeste.

Zustände scheinen in dieser wieder. Wie keine Beständigkeit inder Atmosphäre herrscht, so auch keine im Ocean, — hier wiedort ein immerwährender Wechsel von feierlicher Ruhe zur wil-desten Bewegung, von goldenem Sonnenlicht und buntem Far-benspiel zu dunkeln Schatten und schwarzer Nacht. Die At-mosphäre wird für das Meer das vornehmste Bestimmende,tritt mit ihm und seinen Bewohnern in eine elektrisch organi-sche Wechselwirkung, und verhält sich zu ihm im Erdorga-nismus, wie im thierischen die Lunge zum Herzen.

Ausserdem nimmt das Meer an kosmischen VerhältnissenAntheil, und wird durch den Schwerezug des Mondes undder Sonne zu Ebbe und Fluth bestimmt. Die größten Strö-mungen in ihm erfolgen durch die Arendrehuug-der Erde unddurch die Temperaturansgleichung der Polar - und Acqua-torialgewässer. In Folge der ersten entsteht eine scheinbareStrömung in den großen Meeren der heißen Zone von Ostnach West, also entgegengesetzt der Rotationsbewegung, —weil das Meer als Flüssiges nicht mit gleicher Schnelligkeit demUmschwung der Erde zu folgen vermag, daher beständig etwaszurück bleibt. In Folge der zweiten strömt bon den Polenher fortwährend das kalte und schwere Polarwaffer in derTiefe gegen den Aequator, und von diesem das warme, leich-tere Wasser auf der Oberfläche, gegen die Pole. Ausser diesengroßen und allgemeinen Strömungen giebt es unzählige kleinere,welche theils sekundär durch Ebbe und Fluth und Ostwest-strömung, durch die Gestalt der Küsten, durch die Richtungund Tiefe der Meerengen, in welche größere Wassermassensich einzwängen, durch die Beschaffenheit des Meeresbodens,örtliche Temperaturungleichheitcn, und ganz vorzüglich durchdie herrschenden Winde bedingt sind.

So ist das Meer ein immer Bewegtes. Schwerlich würdedemungeachtet diese riesenhafte Waffermaffe, gegen welche allesGewässer des Landes als unbedeutend verschwindet, erfülltwie sie ist, mit organischen Stoffen aller Art, der fortwäh-renden Erwärmung widerstehen, ohne in Fäulniß zu gerathen,wäre sie nicht mit Salzen geschwängert, die in den heißenRegionen reichlicher als in den kalten vorhanden sind. Sie