336 Allgemeine Naturgeschichte, lv. Buch.
Nach Vogel enthielten iooo Th. Wasser aus dem atlantischenOcean nach dem Abdampfen 38 Th. fester Substanzen: nämlich0 / 2 Z Kohlensaures Gas/ 3/zg salzsaure Bittererde/ v/,z schwefel-sauern Kalk/ 0 /^ kohlensaure Kalk- und Bittererde/ 5/^ schwcfels.Bittererde/ und 2 S/i» salzsaures Natron. Wasser aus dem Mittelm.enthielt unter tooo Th. äi Th. fester Substanzen/ namentlich einengrößer» Gehalt von salzs. und schwcfels, Bittererde. Andere Ana-lysen in andern Gegenden weichen mehr oder minder ab; im Mittelist der Salzgehalt des Meerwassers 3/z Prozent. (Der größere Salz-gehalt des Mittelm. soll die Kessel der Dampfschiffe viel leichterdurch Salzansatz verderben/ als dieses im atlantischen M. derFall ist. Eine regelmäßige smonatliche Fahrt zwischen Falmouthund-Lissabon habe im Dampfboot Carrion keine größere Inkrusta-tion gebildet/ als eine Fahrt von Malta nach Vurla. Engl.Bl.)Außerdem/ daß die Salze das Faulen des Meerwaffers verhindern/verdichten sie eS/ und reguliren dadurch das MaaS der Verdunstung.Zugleich umwickeln sie die vielen organischen fettigen und öligenStoffe/ damit sie sich nicht an der Oberfläche sammeln/ und dieVerdunstung hindern. Dann bewirken sie auch als schlechte Wärme-leiter einen höher» Grad der Temperatur. Zu den verschiedenenVersuchen von Jrving- Wurzer re. / das Meerwasser trinkbarzu mache«/ ist ein neuer von>C. F. Saltzer/ (Versuch zu einerVerdunstung und deren Anwendung bei Salinen rc. Heilbronn1833) gekommen/ nach welchem das Meerwasser mittelst der Luft-pumpe) durch Aufhebung des Drucks der Atmosphäre verdunsten soll.Dieser Dunst entzieht dem zurückbleibenden Wasser die Wärme,bleibt aber zum Theil als Dunst/ wiewohl sehr expandirt/ jedochmit Wärmestoff.beladen/ auf der obern Wasserschicht sitzen. Hin-zukommende trockene Luft saugt den Dunst vollends ein / wird durchdie Pumpe wieder weggezogen/ und das Wasser alles seines Wärme-stoffs beraubt/ fängt an/ zu krystallisiren oder zu gefrieren. — DerSalzgehalt des Meeres wurde ohne Zweifel mit seiner Bildung selbstgegeben/ und die Salzlagcr der Erdfeste sind nur Depositionen dessie ehemals bedeckenden Meeres. — Das Wasser des M. wie dassüße ist/ jedoch nur wenig elastisch/ was schon früher 1777—7gW. Zimmermann durch AbichS Druckmaschine bewiest/ und seitdemdie Versuche von Pfaff/ Perkins/ Sturm re. bestättigten.
Die in verschiedenen Gegenden fast gleiche spez. Schweredes Meerwassers kann man im Mittel zu i/^z annehmen. — DieTemperatur des M. ist in tiefen Breiten gegen 2 » höher/ alsdie der Luft/ und die mittlere Temperatur überall höher/ als diedes angrenzenden Landes/ in dessen Nähe/ so wie über Untiefendas M. kälter ist. Das kältere Polarwasser strömt wegen größererSchwere in der Tiefe dem Aequator z»/ weßhalb auch in den