344 Allgemeine Naturgeschichte. IV. Buch.
starke Verdunstung. Mehrere nehmen aber in der Tiefe auch noch eine«ausführenden Strom aus dem Mittelm. in das atlantische an. Andereeingeschlossene M. zeigen ähnliche Verhältnisse. Reich an Strömun-gen ist die Ostsee. Das schwarze M- strömt durch die Meerenge vonKonstantinopel nach dem Marmorm. und aus diesem durch die Darda-nellen in's Acgeische. Die veränderlichen Seeströme entstehendurch periodische Winde/ ungleiche Temperatur des M./ Klippenund Meerengen/ Ungleichheit des Meeresbodens und Wasserstandesin Folge von Verdunstung/ Einmünden der Flüße/ Ungleichheit desSalzgehalts.—Seeströme anFelsenküsten gebrochen erzeugen hie undda Wirbel oder Strudel/ wo das Wasser in kreisende Bewegungkommt/ und nach Ebbe und Fluth in entgegengesetzter Richtungfließt; so der Mal- oderMoSkestrom an Norwegen/ 2 Meil. lang/4 breit/ 12 Stunden von N. nach S./ 12 von S. nach N. strömend/nur kleinen Schiffen gefährlich; die den unvollkommenen Fahr-zeugen der Alten so verderbliche Scylla und Charybdis/ zwi-schen Calabrien und Sietlien. Ersterer ist gefährlicher/ vorzüglichdann/ wenn der an Sicilien's Nordküste hinfließende/ mit deman der Küste Italiens herabkommenden Strom nach Beschaffenheitdes Windes stärker zusammenstößt/.und hohen Wellenschlag erzeugt.Scylla selbst ist ein Fels/ in dessen Höhlungen die einschlagendenWellen ein auf 2 Miglien hörbares Geheule verursachen. DieCharybdis liegt bei Messina. Ein Theil des durch die Meerengeströmenden Wassers stürzt gegen den Fels des LeuchtthurmS Calo-faro/ und begegnet andern Strömungen/ wobei die reissendenWellen besonders beim Sirokko sehr gefährlich werden. ErfahreneLootsen wissen die Schiffe meist glücklich durch Scylla und Cha-rybdis zu führen. — Sonst hielt man die Strudel für Schlündc/durch welche sich das Wasser in die Tiefen der Erde stürze. Siemüßten aber nie aufhören/ wenn dieses der Fall wäre/ währendsie doch zur Zeit der höchsten Fluth und tiefsten Ebbe verschwinden.Daß der Meeresboden durch siellenweisen Einbruch momentaneStrudel veranlaßen könne/ ist möglich/ jedoch durch Beobachtun-gen nicht erwiesen. Einen vielleicht hierauf bezüglichen Fall erzähltReichenbach in seiner Vorlesuug über daS,M./ S. 12 / wo beiganz stillem Wetter 10 Kriegsschiffe mit ihrer Mannschaft/ 2 Per-sonen ausgenommen, plötzlich versunken seien. Es wäre wünsch-bar/ die Quelle dieser Angabe genannt zu sehen/ um die Glaub-würdigkeit eines so ausscrordentlichcn Falles bemessen zu können.Vergl. über Meeresströme auch: Ho Ocesni üuminilms s^ecimc».
De Moment» Oeermi lluminnm in nJvi^Ltiones et ^y^sicsz terrse rstioner.
Oissert. sciixs. I. 6. Wspxoeus.6oUii>A. i836. —
Fast immer schlägt das M. Wellen/ die durch den Widerstandder Ufer Brandungen verursachen. Bei der Fluth strömt das M.