3^6 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.
rollende Wellen überstürzt/ den stets nachdrängenden also entgegen-wirkt/ wodurch eine mehrere Klafter vom Ufer fühlbare stürmi-sche Bewegung entsteht. (Vergl. über d. Theorie d. Welle»/„Wellenlchre/ auf Experimente gegründet rc." von E. G. undW. Weber. Lpzg. 1825 / und Cauchy'S Abhandl. in Stemmre», prä-sent. pi»r divers 8svans. ?sr. 1827. 'p. 1. x. 1.) — Die Merkwürdige/
Wellen besänftigende Kraft des Oeles war schon den Alten bekannt.Durch auSgegosscnes Oel wird die gekräuselte Oberfläche des M.ruhiger und daher durchsichtiger/ wcßhalb dieses Mittel öftersvon Fischern angewendet wird; Schiffe/ welche stranden odereine Untiefe passiren wollen/ gießen Oel aus/ wobei das M. füreinen Augenblick besänftigt wird. Man erklärt jetzt diese sonder-bare Erscheinung durch die Annahme/ daß die Oberfläche desWassers durch das zähexe Oel etwas gebunden werde/ und derWind von der glättern Fläche desselben abgleite.
Die Gewässer des Landes.
Wir betrachten zuerst die Quellen. Die meisten entstehenwie oben bemerkt/ durch atmospärischcn Nicderschlag/ vorzüglichgerne an den Seiten bewaldeter/ bemooster Berggipfel/ welchedie Feuchtigkeit der Luft anziehe»/ und in ihrem Innern festeWiderlagen für die eindringenden Gewässer bilde»/ welche dieseveranlaße»/ zu Tage auszubrechen. Quellen kommen aus denverschiedensten Gebirgsartcn hervor. Die Quelle»/ welche dieBrunnen speise»/ sinden sich in den Thälern und Ebenen meistensüber Thon- seltener über UrgebirgSschichten. Die ArtesischenBrunnen (von ArtoiS/ wo sie/ wie auch in der Wüste Gobi/in Modena rc. häufig vorkommen/ genannt) entstehen in Thälernoder nicht zu weit von Bergen entfernten Flächen/ wo sich inder Erde oft in mchrern tvo^ Tiefe Kieslager finden/ wclchx aufThonlagern ruhen/ und von solchen bedeckt werden. Das Wassersintert nämlich von den Bergen herab in das Kieslager/ und stautsich in diesem auf/ da es weder nach unten noch nach oben durchdie Thonschichten entweichen kann. Durchbohrt man nun das obereThonlager/ und verschafft hiedurch dem eingesperrten Wasser einenAusgang/ so steigt e§ mit großer Gewalt als ein immer laufenderBrunnen an die Oberfläche empor. — Die Erde ist fast allent-halben in der Tiefe mit Wasser durchdrungen/ und im Niveaubenachbarter Flüsse/ Seen oder des Meeres findet man fast im-mer Qucllwasser für Brunnen. Diese erhalten indeß ihr Wassernicht aus jenen größern Wassermassen/ obwohl sie häufig mit derenNiveau steigen oder fallen; sondern sind ebenfalls atmosphärischenUrsprungs/ werden aber z. B. beim Höherstetgcn der benachbarten