384 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.
Norden beider großen Kontinente reich. Einige der letzter» findetman im Kanton Bern noch zwischen sooo und Meereshöhe. Dassehr große Torfmoor zwischen Eupcn und Malmedy liegt 280<vüber dem Meere. Viele holländische liegen/ wie das Land selbstunter dem Meeresspiegel. Norwegen/ Norddeutschland haben großeTorfmoore/ ebenso Ungarn; ein ausgedehntes befindet fich inChorasscm in Perfien. Die Pontinischen Sümpft/ südwestlich vonRom/ an Neapels Grenze/ find 42voo Meter lang/ aber vielschmäler. ä20 Jahre nach Roms Erbauung wurde die äpp!»durch fie angelegt/ 702 Jahre n. R. E- unternahm Corn. Cethegusihre Austrocknung/ AugustuS legte Kanäle durch fie an; die Aus-trocknungsvcrsuche wurden wiederholt unter Theodorich und denPäbsten Leo X. / Sixtus und PiuS vi. Die Flüsse Amasenound Usens erzeugen diese Sümpft/ in welchen wenige arme undbleiche Fischer unter zahllosen Insekten und Fröschen leben. —Von schwimmendcnJnseln sprechen schon Herodot und Seneka.Ersterer erzählt von einer/ Chemnis genannt/ welche bei ButuSin Unterägyptcn in einem breiten und tiefen See fich finde/ einenApollotcmpcl und viele Bäume trage. Sie/ wie jene in Lydien/von welcher Seneka spricht (der außerdem noch mehrere in Ita-lien erwähnt) soll aus Bimsstein bestanden haben. Gay fand 183tden See von Tagua-Tagua in der Provinz Colchagua in Chilemit schwimmenden Inseln bedeckt/ die fich durch einen natürlichenMechanismus bilden/ ähnlich dem künstlichen der Chinesen. Diesevereinigen mittelst Bändern Schilfraftnstücke/ welche so leichtfind/ daß fie Erdlasten tragen ohne unterzufinken/ schneiden denRasen von; Grunde ab/ und binden das Ganze an Seile wieFlöße. Auf jenem See bewirkt die Natur dasselbe durch biegsameWinden/ welche die Stengel von und Xrun-Io verschlinge»/auf welchen dann andere Pflanzen scheitern/ die den Grund derschwimmenden I. bilden, (t'in-t. i833. p. e?.) Martin beschreibtin seiner »k Lolnuies einen Asphaltsee auf Trinidad/
von mehr als Seemeile Länge/ selbst ein Bild des TodeS/aber umgeben von der üppigsten Vegetation mit prachtvollenSchmetterlingen und Kolibris. Aus ihm tauchen hie und daErdpechtnscln in die Höhe/ um fich mit reichem Pflanzenwuchsezu bedecken/ und dann wieder verschlungen zu werden. In Eu-ropa finden fich schwimm. I. im Gerdauer See im Ostpreußen/seit tStv bekannt/ früher so groß/ daß too Stücke Vieh daraufweideten/ später allmälig zerstückelt; ferner im Jckerftc in Os-nabrück/ bei Rovigo zwischen Etsch und Po/ im See Ralängcnin Schweden/ im See Nimmern in Ostgolhland/ im See Der-went in England.' Mehrere find mit Bäumen und Gras bewachsen/und dienen zur Weide; einige kommen nur von Zeit zu Zeit an die