>434 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.
mehrere too Lachter tief bearbeitet wurden. Sie „gehen nieder"zu unbekannten Tiefen. „Auskeilen" nennt man/ wenn G. im-mer schmäler werden,' „Abwerfen", wenn sich ein Gang plötzlichverliert, „Zertheilen" oder „Zertrümmern", wenn sich ein Gangverzweigt, und die einzelnen Aefle sich nach und nach im Gesteinverlieren. Den an der Erdoberfläche sichtbaren Theil eines G.nennt man „Ausgehendes", „Ausbeißendes," Man kann sich dieG. als tafelartige Massen, von verhältnißmäßig geringer Stärkedenken; Streichen eines G. nennt man die Richtung desselbennach irgend einer Himmelsgegend, und-bestimmt dasselbe mittelstdes Bergkompasses, nach Stunden durch den Winkel, in welchemdie Richtung von der Mittagslinie abweicht. Fallen eines G.ist dessen Neigung gegen eine horizontale Ebene. Es wechselt beidemselben Gange häufig. — Die gewöhnlichsten Gangarten,welche die Gänge erfüllen und die Erze begleiten, sind Quarz,Hornstcin, Jaspis, Kalkspats,, Bitterspath, Braunspath, Fluß-spath, Schwerspath, Thon, von welchen bald die, bald jene vor-herrscht. Die Metalle (im engern Sinn) finden sich auf G. ge-diegen, lcgirt, oxydirt, oxydulirt, gesäuert, geschwefelt. Baldüberwiegt ein Metall, bald kommen mehrere in etwa gleicherMenge vor. Die Erze sind in der Gangmaffe eingesprengt, oderwechseln streifenweise mit derselben ab. Krystallisiere Mineralienfinden sich auf Gängen sehr häufig, namentlich in gewissen Höh-lungen der Gangmaffen, den Drusenräumen. Taube G. sinddie ganz erzlosen, faule die von Thon, Letten und dergl. zer-setzten und aufgelösten Gcsteinmassen erfüllten. Hangendes istdie einen Gang oder überhaupt eine Schicht bedeckende Gebirgs-art, Liegendes, jene, auf welcher er ruht. Die Gangmasseist entweder mit dem Nebengestein unmittelbar verwachsen,oder von ihm durch eine dünne Lage einer besondern Steinaxt,das sogen. Sahlband getrennt, welche Besteg heißt, wenn sieaus einer dünneu Lage von Thon oder weicher Erde besteht.Spiegel, Harnische, Rutschflächen sind theils glatte, theilsparallel gereifte oder gefurchte Flächen, welche mit der Ebeneder Gangmaffen, seltener mit den Sahlbändcrn fortlaufen, undbesonders an Stellen vorkommen, wo sich das Fallen der Gängeplötzlich ändert. Man glaubtsiedurchReibunggewaltsamaufgctriebe-bener oder sich senkender Massen entstanden. Das Nebengestein zeigtsich nahe an den G. oft etwas verändert, zerklüftet oder aufgelöst,enthält Theile der Erze des G., welcher seinerseits auch Bruch-stücke des Nebengesteins in seiner Masse eingeknetet enthält. DieG. sind Zerreißungen und Zerspaltungen der Erdrinde, in ver-schiedenen Perioden entstanden; ältere haben Störungen durchjüngere erlitten, werden oft von solchen durchsetzt. Meistens