LjZ2 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.
halten/ so muß diese doch von dem ohne nähere Bestimmung an-genommenen Centralfeuer sehr verschieden sein. Die gewöhnlichenFeuer brennen nur bei Zutritt der Luft; das Innere der Erde/ welchesvon ihr ziemlich abgeschlossen ist/ und doch in den von Menschen bisjetzt erreichten Tiefen immer höhere Wärme zeigt/ kann diese nurdurch innere lebendige Kraft entwickeln/ welche sich zugleich durchstete chemische Umbildungen kund giebt/ die (oft unter heftigenErschütterungen) unter ihrer Epidermis vor sich gehe»/ und be-stimmte Sekret« durch die Vulkane ausscheidet. Diese würdensich daher so verhalten/ wie die Pusteln / die öfters auf der Hautdes Menschen entstehe»/ und durch welche entzündete, und inEiter übergegangene Stoffe entleert werden. Nimmt man auchan/ daß zutretende Wasserströme oder auch anhaltend nasse Wit-terung/ also eine äussere Ursache/ den Vulkanismus aufregen könne/und daher gleichzeitige Katastrophen in nicht weit von einanderentfernten Gegenden auf diesem gemeinschaftlichen Moment be-ruhen könne»/ so scheinen doch die in sehr großen Entfernungen gleich,zeitig eintretenden Erdbeben auf Aufregungskräften ganz anderer Artzu beruhen / die nach Weise der Elektrizität oder des Magnetis-mus ungeheure Räume in der kürzesten Zeit zu durchlaufen ver-mögen. Da im Erdleben/ obwohl einem organischen/ doch diechemisch-physikalische/ und elektro-magnetische Seite vorwiegt/ sobedarf es zur Erzeugung der Erdwärme keineswegs jenes zusam-mengesetzten Apparats von Nerven und Gefässen/ wie ;. B. imthierischen Organismus; ihre Stellen vertreten in dieser Rücksichtdie zur Erregung von GalvaniSmus angeordneten verschiedenarti-gen Massen des Erdkörpers. Das Spiel aller Thätigkeiten wirdstets von innen heraus durch jene immaterielle Kraft erhalten /welche jeden Weltkörper/ so lange er lebt/ durchdringt. (Vergl.über diesen Abschnitt auch Steffen's Beitr. z. innern Naturgesetz,d. Erde. Freiberg/ 1801.)
VI. Haupt st ü ck.
Entstehung und Bildung, Veränderungen und Zu-kunft der Erde.
Literatur: Klöden/Gestalt und Urgeschichte der Erde. 2teAufl. Berl. t82g. — v. Hoff, Gesetz, d. durch Ueberlieferungnachgewies. natürl. Veränderungen d. Erdoberfläche, s Thle.Gotha / —1834. — Llie rle Uesuinont, ÜRtrsit ä'uoe
Serie lies recbercbes sur Huelyuesuas 6e revolulion» äe lü surkace<Iu glode. 8. ksr. i835. — ll'eblesu üe I'etst ßlobe s ser äillerenseges, p- Rerec Loube'e. k' oj. ) <'<In. 183).