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I. Band.
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470 Allgemeine Naturgeschichte, iv. Buch.

dings nicht zu läugnen ist. — Früher erklärte man die Erschei-nungen des Serapistempels durch abwechselnde Senkung undHebung des Bodens. (Vergl. Cuvier-Nöggerath Bd. i. S. 35.Bd. 2. S. <27 ff. Lyell Geol. Bd. t. Titelk.) - Gruithuisenbemüht sich/ eine Verminderung der Wassermenge auf unsererErde zu erweisen. Die Atmosphäre der Erde könne von jenerder Sonne/ die nach Balz und Enke stch über das ganze Sonnen-system erstrecke (?)/ keinen Zuwachs von Wasser erhalten. Anden Erdpolen ströme aber stets trockene Luft aus der Sonnen-atmosph. ein/ um den Aequator herum ströme von der feuchtenErdcnluft eben so viel auS/ und werde immer wieder aus denGewässern ersetzt; die Erde müsse daher nothwendig eine unbe-stimmbare Quantität Wasser verlieren/ und sonach ihre Wasser-menge allmälig abnehmen. Hinsichtlich der von G. für diese An-nahmen angeführten Gründe müssen wir auf s. Neuen Annal. Hft. i.S. 3t ff. verweisen.

Was die erfahrungsmäßigen/ noch gegenwärtig fort-dauernden Veränderungen der Erde betrifft/ so sind siesehr verschiedener Art. Die Gewalt/ welche die Landgewäs-ser auf die Erdoberfläche ausüben / wird/ wie Brongniart (ow-ti»i>. kill sci-nc. v-aur. t. XIX, x. 4 g — 62) nachweist / häusig vielzu groß angesehen. Der Einfluß der Bergwaffer kann sich begreif,ljichcrweise nur auf kleine Flächen erstrecken; sie können nur kurzeund enge Schluchten hervorbringen/ und unterwärts Felsmaffenund Gerölle anhäufen. Große/ schnellbcwegte Wassermaffen habeneine bedeutende fortschaffende Gewalt/ wie sich bei Deich- undSeebrüchen zeigt. Als t8t8 mittelst Aufstauung der Dranse durchGlctschermaffen im Bagnethal im Wallis ein See von 2S/v00/000Kubikmeter entstand/ von welchem Zsj nach Zcrsprengung des Eis-bammeS/ mit einer Anfangsschnelligkeit von 33^ in der Sekunde in'SThal stürzten/ wurden Bäume/ Häuser/ Massen Landes und schonlosgelöste Felsen mit ungeheurer Kraft in den Rhone und seinThal geschwemmt. Die Bildung der unzähligen großen und langenThäler der Erdoberfläche konnte aber nie durch diejetzigen Gewässer ge-schehen. Was die Flüsse und Ströme betrifft/ so waren sie nachBrongniart nicht im Stande/ jene tiefen Kanäle auszuhöhlen/in welchen sie jetzt fließen/ wenn man ihnen auch eine ivmal größereWaffermasse gäbe; obwohl sie Wafferfälle durch Ausspülung derFelsen/ Anhäufung von Gerölle unterhalb erniedrigen können/wie man namentlich am Niagarafall bemerkt/ der durch Äussres-sen der Felsen/ über die er herabstürzt/ seit der Ankunft derEuropäer schon über 12/Ovo Meter zurück gegen den Eriesee ge-schritten ist. Auch die Seebccken sind keineswegs durch die Flüsseausgehöhlt. De Luc/ Dolomieu/ Ramond und Brongniart sind