Band 
IV. oder Supplementband.
Seite
164
JPEG-Download
 

164

Viert«» Buch. Von der Erde.

würdigen Verhältnisses gedacht werden/ welchem manche Astronomenund Geologen bedeutenden Einstuß auf die Tcmpcraturvertbeilungauf der Erde in verschiedenen Zeiten und hiedurch auf die Organi-sation zuschreiben. ES ist dieses die Bewegung der Apsiden(s. allgem- Nalurgesch. l, 288, und 27i, Präzcssion.) Wegen desVorrücken» der Apsiden bat bald die nördliche, bald die südliche Halb-kugel «inen länger» Frühling und Sommer. Jetzt sind in der nördl.gemäßigten Zone Frühling und Sommer 7 Tage länger, in dersüdl. Herbst und Winter. Nach einer bestimmten Zeit werden dieJahreszeiten gleich werden, dann wird der Vortheil für die südlicheHalbkugel immer größer werden. Der Cyklus des Wechsels beträgtetwa ri,ooo Jahre. Der größte Gegensatz tritt also immer in 10 SvüJahren ein. Im Jahre 1248 waren Frühling und Sommer unsererHalbkugel am längsten, nämlich 8 Tage länger, als Herbst und Win-ter; seitdem sind letztere beide um 1 Tag gewachsen; 11784 werdensie am längsten sein, nämlich so, wie 9252 p. Chr. Geb. 4ooo v.Cbr. Geb., in welche Zeit man den Anfang des Menschengeschlechtssetzt, waren Frühling und Sommer zusammen genau eben so lang,wie Herbst und Winter. (Vergi. Littrow's Astrvn. 2. AuSg. G. >S2—94 ) — Adhemar in s. „Revolutionen des Meeres" gründet nuneine eigene Theorie auf dieses Verhältniß. Schon Phillips (üb. d.nächsten Ursachen d. materiell. Erschein, d. Univers. A. d. Engl.Sluttg. 1826) hatte sich nebst Andern hierauf bezogen Allein manglaubte, dadurch die für die Geologie wichtigen Temperaturverändr-rungen der Erde nicht hinreichend erklären zu können, indem manannahm, die größere Nähe bei der Sonne, in welcher sich die Erdewährend des Frühlings und Sommers der südl. Halbkugel befindet,gleiche die längere Dauer des Frühlings und Sommers der nördli-chen Halbkugel wieder aus, indem dann die Erde in der Sonnenfernesteht- Adbcmar (I. c. u>) wendet aber hicgegen mit Recht ein, daßeS nicht auf das Wärmequantum ankomme, welches die Erde em-pfang«, sondern auf das, welches sie behalte Da nun im Winterdie Nächte am Südpol so gut länger sind, als am Nordpol, und er-sterer zugleich jetzt längern Winter hat, so folgen mehr Nacht- alsTagüunden für den Südpol; umgekehrt für den Nordpol. Der Süd-pol strahlt daher die längern Nächte hindurch mehr Wärme aus, alsder Nordpol, wenn er gleich an den Tagen nicht weniger erhält;daher muß für die gegenwärtige Periode feine mittlere Temperaturniedriger sein, als die des Nordpols. Im Jahre 6500 werden aberFrühling und Sommer eben so lang sein, als Herbst und Winter;von da an werden erstere beide für die südliche Halbkugel stets wach-sen, für die nördliche stets abnehmen; das Polareis UNI den Nord-pol (welches vermuthlich seit 1248 schon langsam zunahm, wird nach6500 rascher wachsen und 1I7Z0 am ausgedehntesten sein, — eben so