Band 
IV. oder Supplementband.
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Anhang zum sechsten Buch

fortwährend Kohlenstoff consumirt wird/ der dann in Form vonKohlensäure in die Atmosphäre zurückkehrt, in welcher der unauS-gesetzt verbrennende Wasserstoff stets Wasser erzeugt/ und aus denenendlich fort und fort durch das Athmen freies Stickgas, durch denHarn Stickstoff in Form von Ammoniakoxyd ausgeschieden wird.Denkt man sich also das Thierreich als ein Ganzes, so giebt dasselbefortwährend Kohlensäure/ Wasserdunst/ StickgaS und Ammoniackoxydaus, also 4 sehr einfache Söffe/ deren Bildung mit der Konstitutionder Atmosphäre selbst sehr nahe verwandt ist. Haben wir fernernicht nachgewiesen, daß die normale LebenSlhärigkeir der Pflanzendie Kohlensäure zersetzt, indem Kohlenstoff stxirt und der SauerstoffauSgestoßen wird; daß sie das Wasser zersetzt, um dessen Wasserstofffestzuhalten und den Sauerstoff ebenfalls auSzuüoßen ; daß die Pflan-zen ferner entweder direkt aus der Atmosphäre oder indirekt ausdem Ammoniakoxyd und der Salpetersäure Stickstoff an sich ziehenund also in jeder Beziehung die umgekehrte Rolle wie die Thierespielen? Wenn das Thierreich uns als ein gewaltiger DerbrennungS»apparat erscheint, so bildet dagegen das Pflanzenreich einen unge-heuren Reduzirapparat, in welchem die Kohlensäure ihren Kohlen-stoff absetzt, das Wasser seinen Wasserstoff zurückläßt und das Ammo-niakoxyd und die Salpetersäure ihres Ammoniums oder Stickstoffsberaubt werden. Während die Thiere fortwährend Kohlensäure,Wasser, Stickstoff und Ammoniakoxyd erzeugen, consumiren also diePflanzen unaufhörlich diese vier Stoffe. WaS jene an die Lust ab-geben, entziehen diese ihr beständig, so daß sich vom höchsten Stand-punkte der physischen Geographie aus behaupten läßt, da die eigent-lichen organischen Elemente der Pflanzen und Thiere sich in derLuft finden, so seien diese Geschöpfe nur verdichtete Luft und umsich von der Beschaffenheit der Atmosphäre zu den Zeiten, welcheder Entstehung der ersten organischen Wesen auf der Erdoberflächevorhergiengen, einen richtigen Begriff zu machen, müßte man zuderselben die Summe der Kohlensäure und des Stickgases hinzurech«nen, welche Pflanzen und Thiere sich aus derselben angeeignet haben.Die Pflanze» und Thiere kommen demnach aus der Luft und kehrenin dieselbe zurück; sie sind ein wahres Zubehör der AtmoSsphäre.Die Thiere beziehen die sämmtlichen Stoffe aus dem Pflanzenreiche;nur die Pflanze» erzeugen die organ. Stoffe; die Thiere nehmensie ganz fertig von ihnen, aus den Thieren kehren sie wieder indie Atmosphäre zurück. Der ganze gewaltige Reduzirapparat desPflanzenreichs wird durch das Sonnenlicht getrieben. Das Ammo-niakgas und die Sricksioffsäuce, aus denen die Pflanzen einen großenTheil ihres Stickstoffes beziehen, entstehen fast durchaus durch dengewaltigen elektrischen Funken der Gewitterwolken, welche die Luft