Band 
IV. oder Supplementband.
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Schlaf und Wachen der Pflanzen.

als Fruchtklappcn auseinander zu springen und, gleich andern Blät-kern, sich auszubreiten. Doch häufig erfolgt dieser Akt des Gebären»,wenn man so sagen darf, den man den einzigen Akt wachen, thätigenLebens zu nennen gar leicht versucht wird, erS dann, wenn keinLeben mehr in ihnen ist, durch rein mechanische Kräfte bewirkt. —Das Allgemeine in den mannigfaltigen Erscheinungen des Schlafesist nach M. der periodische tägliche Wechsel, die Annäherung derHaltung des schlafenden Leibe» an die, frühern Lebensaltern vorzug».weise zukommende Haltung, und die mit fortschreitendem Alter ab-nehmende Dauer und Fülle de» Zustande» .... Als nächste Ursacheder den Pflanzenschlaf verrathenden Bewegungen- der Blätter findetMeyer mit Dutrochek eine überwiegende TurgeSzens bald der obern,bald der untern Blattseitc, und übcrdieß bestimmt durch das ver-schiedene Alter und die verschiedene Beschaffenheit der Blätter. DieTracheen der Pflanzen sind Leiter der empfangenen Reize, wie dieNerven im Thiere, was Dutrochct'S Versuche unumstößlich beweisen..... Die meisten Pflanzen lassen sich durch Entziehung gewohnterReize gar nicht so leicht in ihren periodischen Bewegungen stören-Sie erwachen und entschlafen in kalten, dunkeln Kellern, wie insonnigen Glashäusern zur nämlichen Stunde. Erst in einigen Tagenlassen die Bewegungen nach und c» stellt sich Krankheit ein.Nur Thiere und Pflanzen gewöhnen sich, d. h. sie ersetzen baldmehr, bald weniger den Mangel einer von außen her bestimmendenKraft durch eigenthümliches Leben.Allerdings müssen wir zu-

geben, daß die Pflanze ihr eigene» Zeitmaß in sich selbst trägt. Mittagund Mitternacht sind nicht die Kulminationspunkte ihre» Wachensund Schlafen». Die Dauer dieser beiden ist verschieden von derDauer des Tage» und der Nacht Allein Schlaf und Wachen zu-sammcngenommen, dauert 2ä Stunden. Darin stimmen die kleinernPerioden de» Pflanzenleben» mit denen des ErdlebcnS vollkommen«herein. Wer möchte Liese unendliche, oft und überall sich wieder,holende Uebereinstimmung Zufall nennen? ES ist eine ewige Har-monie des Besondern und Allgemeinen, eine Abspieglung de» Einenim Andern. Man pflegt zu sagen, die Vegetation schlafe unterder winterlichen Schneedecke unseres Himmelsstriches, der Frühlingwecke sie zu neuem Leben; und ohne es zu ahnen, indem man sichnur eines passenden Bildes zu bedienen glaubt, spricht man damit

eine der wichtigsten pflanzenphysiologischen Thatsachen aus.

Auch die Pflanzen haben ihren Winterschlaf gleich den Thieren.Ja die Herrschaft desselben ist im Pflanzenreich sogar noch weiterausgedehnt, noch strenger als in dem andern organischen Reich. —Der Winterschlaf der Pflanzen giebt sich durch völlige Entlaubungder Bäume, völliges Welken der Stauden bis auf die Wurzel, gänz-liches Absterben der Kräuter, nachdem ihr Same» zur Reife kam,

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