Ueber die neue Deutung der reget. Zeugung-organe. 267
Arten der Embryobildung nicht ausschließe — Was den Unterschiedder BefriichtungStbcoricen von Schleidcn und Endlicher betrifft/ soist zuvörderst zu bcincrkcn / daß sie große Achnlichkeit miteinanderbaden, obscbon Ersterer durch empirische Untersuchung, Letzterer durchphilosophische Betrachtung zur Theorie gekommen ist. Beide haltendie Staubgefösse fiir die weibl. Organe, das Pollenkorn für dasOvulum; der Unterschied liegt nur darin, daß E. Griffel und Narbe,Schl. den Embryosack für da- inännl. Organ der Pflanzen erklärt.
Schließlich noch ei» Wort über daS Verhältniß der Ge-schlechter »nd der Keimbildung im Pflanzen- und Thicrrcich.Auch die neuern Forscher behaupten, wie Liiiiw, die Sexualitätder Pflanzen, nur kehren sie, wie bemerkt, die Deutung derOrgane um. Geht man aber auf die Entstehung des Embryo'Sein, so wird die ganze Bergleichung schwierig. Der Pollen-schlauch soll also das Ovulum sein; er steigt zu den Keim-knospen herab, um sich dort zu entwickeln, wie etwa das thieri-sche Eichen durch die Eileiter in den Uterus. Schleiden bc-obachtece bei Orellm intiloim eine merkwürdige Anomalie; cöwaren zwei Schläuche durch den äußern Kcimknospenmundeingegangen; der eine gelangte durch den innern KcimknoSpcn-mund und durch die Kernspitze zum Keimsacke und entwickeltesich zum Keime, der andere verfehlte das Endostom, drangzwischen äußere und innere Decke der KeimknoSpe ein undbegann dort sich unvollkommen auszubilden. Schleiden ver-gleicht diese» Vorgang mir einer Extra-Uterinalschwangerschaft,Endlicher und Unger stimmen beifällig zu. Obschon nun inSchleiden'S Theorie der Keimsack als männliches Organ be-hauptet wird, soll er jetzt plötzlich wieder dem Uterus vergleich-bar sein. — Alles wohl erwogen, will eS mich bcdiiukcn, Laßeine solche Umkehrung der Deutung, wie sie Schleidcn, dannE. und U. anwenden, nicht einmal absolut nothwendig sei.Sie glauben deßhalb den Pollenschlauch, die Anlage des Em-bryo, als das weibliche Organ ansehen zu müssen, weil sievoraussetzen, daß auch das thierische Eichen den Embryo ent-halte. Nun ist aber das eben nicht der Fall. Dasthierische Eichen enthält im Eierstock vor der Befruchtung sowenig einen Embryo, als die sogen. Keim- oder Samenknospen,die vegctabil. Ovula nach der ältern Ansicht, einen enthalten,