Siebentes Buch. Von d. Organismen d. Plastizitäl rc.
Pollenschläuche von der Oberfläche der Narbe i»'S Lumen des Griffel-kanals und in die Fruchtknoten frei/ also gewissermaßen außerhalbder Pflanze hinabwurzeln solle», Beobachtungen an 0-nu,Uer.i, Viola,eHroniliur, l'uiij-K, Mir-ii-ilis u»d and. Pflanzen cntgcgeugeflellt/ nachwelchen der Pollenschlauch/ lange vorher, ehe er zum Lumen dcSGriffelkanals gelangt/ die cmicula durchbricht und in das von der-selben eingehüllte Zellgewebe/ oft bis zum ccntralen Gcfäßbündeleindringend, im Innern der Pflanze zur Fruchthöhle hinabsteigt, sodaß zwischen ihm und dem Lumen des Griffelkanals die innere <»-ticuh, des letzter» liege. Er habe ferner gezeigt/ „daß das in genau»,tcn Fällen von, Pollenschlauche dnrchwurzelte Zellgewebe durch Auf.lösung und Erweichung der Lusi-ul,- und as,-»l,° zum leitenden Zell-gewebe werde, in Folge dessen die cmicul» dcS Griffelkanals sich vondem erweichten Zellgewebe lose und in der Mitte zwischen demselbenals ein zarthäutiger/ durch Expansion der erweichten a-,->lbe des lei-tenden Zellgewebes zusammengepreßter Schlauch der Aufmerksamkeit
des Beobachters leicht entgehe. So bet Viola und 'tUch».».
„Die cuucnla ist nicht allein schon zur Zeit der Bestäubung vorhan-den, sondern sie ist ursprünglich, sie ist durch JntnSsuSzeption im Nm-fange aller jungen Elementarorganc des Individuums fortwachsendeUrzelle — Ptychode" Hartig, Beiträge z. EntwicklungSgesch. d.Pfl. Verl. I8ir, S. 2 v. In, Nachtrag berichtet H. auf'S bestimm-teste,' „daß die Befruchtung der c-mpanulace!«- durch die Wegnahmeder geschioff. Narbe nicht verhindert, wird." Er brach aus einergroßen Anzahl Blüthen von, e-nng. 'i'l>alicw»m die noch ungeöffnetenNarben aus. Die Wunde ward sogleich durch hervortretenden, ander Luft zu Kautschouk erhärteten Milchsaft geschlossen und dadurchdie Möglichkeit des Zutritts von Pollenschläuchen zum Griffclkanalabsolut aufgehoben. „An den verstumm. Griffeln erfolgte das Ein-stülpen der Haare und das Einziehen der Staubbälle in durchausnormaler Weise, die Fruchtknoten bliebe» im Wüchse hinter denender unverletzten Blüthen nicht zurück, der Same entwickelte sichvollkommen und in der gewöhn!, reichen Zahl; einige Dutzend unter-suchte Samenkörner enthielten ohne Ausnahme den vollkommen aus-gebildete» Embryo. Die einzig mögl. Einwendung bliebe nur noch,daß die BavschlSiiche von den Haarhöhle» aus ihren Weg in'S Inneredes Griffels fänden; die sorgfältigsten, diesem Punkte zugewendetenForschungen haben mir nichts diese Annahme Unterstützendes gezeigt."— Es ist, wie es scheint, doch noch die Entscheidung zu erwarte»,ob in alle» Fällen und auf keine andere Weise, als durch Ge-langung der Polleiischläuche zu den KeimknoSpcn Samen mit Ein-bryo erzeugt werden können, oder ob dieses nur die normale un-gewöhnlichste Art der Entwicklung sei, welche in gewissen Gattungenoder auch in außerordentlichen Fällen bei andern Gattungen, andere