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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Gradmessungen.

V envandter und Nachfolger Müsse henbroek versichert,einige seiner Irrthiimer wohl ein, und um sie fcu verbes-sern, setzte er später (1622) seine Messung bis Mechelnfort; doch überraschte ihn der Tod, noch bevor er dieResultate dieser neuen Arbeiten berechnet hatte, und alsMusschenbroek etwa 100 Jahre später diese Berech-nungen ausführte, die von Snellius gemessenen Win-kel berichtigte, waren bereits zuverlässigere Bestimmun-gen vorhanden.

Nach einigen Versuchen anderer Physiker, unter wel-chen namentlich die Bemühungen von Norwood nochErwähnung verdienen, welcher in den Jahren 1633 bis1635 den Bogen von London nach York mit der Kettemafs, und dabei die Länge eines Grades zu 57424 Toi-sen fand, war unstreitig die vollkommenste und auch dieletzte jener Messungen, welche noch entschieden von demGrundsätze ausgingen, dal's die Erde eine völlige Kugel-gestalt besitze, die von Pierre Picard im Jahre 1669ausgeführte. In Folge einer Verordnung König Lud-wigs XIV. nämlich mafs dieser ausgezeichnete Geome-ter eine Reihe von Dreiecken von Malvoisine bis Amiens,welches fast genau in dem Meridiane von Paris liegt,und da er sich zuerst hiebei sehr verbesserter Instru-mente, insbesondere der mit Kreuzfäden und Mikrome-terschrauben versehenen Fernröhre bediente, so war erim Stande, eine weif gröfsere Genauigkeit als seine Vor-gänger zu erreichen, denn er konnte nicht nur dabeimit wenigen Dreiecken auskommen, sondern auch dieWinkel viel genauer messen. Er bestimmte dadurch dieLänge eines Meridiangrades, zwischen Paris und Amiens,zu 57060 Toisen, und diese Bestimmung ist so genau,dafs sie noch jetzt völlige Brauchbarkeit in allen- Fällenhat, wo wir den Eintlul's von der Abplattung der Erdevernachlässigen können; auch Newton und Huygensbedienten sich derselben bei ihren Untersuchungen überdie Gravitations-Gesetze.