Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
21
JPEG-Download
 

21

Gradmessungen.

\

Weges abgezogen hatte, bestimmte er die Län^e desGrades zu 57070 Toisen. Gewife ist es woh nmimehr als ein merkwürdiger Zufall, dafs diese seziemlich genau mit den wahrscheinlichsten unter enneuesten Angaben übereinstimmt. ,

Nächst Fernei war der Erste, welcher sic 1Unternehmungen dieser Art beschäftigte, der xeomeWillebrord Snellius zu Leyden. Er versuc teim J. 1615, einen Bogen des Meridians zwischen Alk-maar und Bergen op Zoom zu messen, und * ese rmacht Epoche in der Wissenschaft, weil bei ihr zuersdie Schwierigkeiten überwunden wurden, we c e iaimlagen, dafs die gemessenen Bogen bisher stets genau nder Richtung des Meridians hatten liegen müssen. uelius mafs nämlich bei Leyden zuerst eine Stand mie^ *rect, und construirte sodann auf derselben ein reic

er suchte die Winkel in demselben und fand dann durchRechnung die beiden andern Seiten. Diese dienten ihmdann wieder wie jene zu Standlinien, und so gelangteer durch eine Reihe von aneinandergehängten Di eieckendazu, eine beträchtliche Entfernung in einem Meridianegenau zu bestimmen, ohne sie unmittelbar zu messen,was ja selten genau geschehn kann. Es war diefs mit-hin also die erste Anwendung des seither allgemein üb-lichen Triangulations-Verfahrens bei Ausmessungen grö-fserer Landstrecken. Dieses iii seinen Grundsätzen völ-lig richtigen Verfahrens ungeachtet waren indessen dieResultate, welche dabei gewonnen wurden, keineswegesgenügend, denn sowohl die sehr unvollkommene Beselialenlieit der gebrauchten Instrumente, als auch die ungeheute Weitläuftigkeit der damals noch nöthigen Reeli-ngen (Snellius kannte nämlich die Logarithmen noch

nicht) erzeugten bedeutende Irrthümcr, und so bestimmtecr <Unn die Länge eines Breitengrades in Holland zu5502 1 Toisen, welches, wie Picard später zeigte, vielzu klein war. Uebrigens sab cr selbst, wie dabei sein