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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Gestalt der Welttheilc

stalt der Erde vorzugsweise nach den Grundbedingungenaufzufassen, welche sie der Entwickelung des Menschen-geschlechtes darbietet, wird die Aufmerksamkeit hier aufeinige neue Verhältnisse hingelenkt.

Zuvörderst unterschied Ritter *), wie schon obenangeführt wurde, die Oberfläche der Erde in eine Land-und in eine Wasserhalbkugel, und er zeigte, wie sich dasFestland in grofsen Breitenausdehnungen auf der erstemlagert, der letztem dagegen nur keilförmig verengte Halb-inseln, vereinzelte Glieder zustreckt, welche sich immermehr und mehr den Hauptländermassen entfremden, undzuletzt endlich in Inseln und blol'sen Klippen verlorengehn. Dieser Haupt-Ländermassen giebt es wesentlichzwei, nämlich die alte und die neue Welt, denn diedritte liegt schon in der Sphäre der Wasserhalbkugel;diese aber zeigen in ihren Formen einige auffallende Ge-gensätze und die Charaktere einer zum Theil sehr merk-würdigen Individualisirung.

Zunächst was die Längen- und Breitenausdehnungbetrifft: so ist der Contrast zwischen beiden sehr in dieAugen springend. Asien und das mit ihm verwachseneEuropa, als die Hauptmasse der alten Welt, haben ihreHaupt-Längenausdehnungen von Osten nach Westen,und sie umlagern in dieser Richtung die halbe Erdkugel(von 1° bis 200° östlicher Br.), ihre Breitenausdehnungvon Süden nach Norden dagegen ist viel geringer, inAsien, das ganz im Norden des Aequators zurückbleibt,beträgt sie nicht ein Viertel des Erdumfanges, in Europanicht ein Sechstel. Ganz das Gegentheil dagegen zeigtAmerika’s Lagerung; seine gröfsere Ausdehnung von Sü-

*) S. Abhandl.: Ucber geographische Stellung und horizontaleAusbreitung der Erdtheile, 14. December 1826.

Bemerkungen über Veranschaulichungsmittel räumlicher Ver-hältnisse bei graphischen Darstellungen durch Form und Zahl, 17.Januar 1828.

Erdkunde II. Einleitung zu Asien, pag. 20 u. folg.