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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Korallcn-Inscln.

der brennend hfifsen Sonne, zu einer zusammenhängen-den Masse, und so erheben sieh denn an einzelnen Stel-len über dem Riff niedrige feststehende Inselstücke, wiesie der Zufall zusammenführte. An die Küsten dersel-ben wirft nun das Meer die in ihm umherschwimmendenPllanzensaamen und Baumstämme, viele derselben, undunter ihnen ganz besonders die Cocospalmen, Pandanus,Brodfrucht, Pisang u. s. w., beginnen zu keimen, schlagenWurzel und bekleiden die nackten, blendend weifsen Ko-rallenfelsen mit ihrem wohlthätigen Grün. Mit ihnenkommen kleine Thiere, wie Eidechsen, Insekten u. s. w,,hinübergeschwommen, die Seevögel nisten am Strande undauf einzeln hervorragende Felsspitzen verirrte Landvö-gel nehmen ihre Zullucht zu den Gebüschen, und wieChamisso sehr schön sagt:*)

„Und ganz spät, nachdem die Schöpfung längst ge-schehen, findet sich auch der Mensch ein; schlägt seineHütte auf der fruchtbaren Erde auf, welche durch Ver-wesung der Baumblätter entstanden, und nennt sichHerr und Besitzer dieser Welt.“

Diese merkwürdige Inselbildung geschieht auf derOberfläche der Riffe begreiflich zuerst an den Seiten,welche der herrschenden Windrichtung entgegenstehu,und es ist daher eine allgemein beobachtete Thatsachc,dafs in der Tropenzone des grofsen Oceans, welche un-ter dem Einflüsse der Passatwinde liegt, die Ostseiten derKorallenriffe stets der Oberfläche am nächsten liegen,und so einen scheinbar nur halb vollendeten Bing bil-den. Oft ist an dieser Seite schon eine Reihe bewohn-ter Inseln vollendet, und besonders pflegen die an dernordöstlichen und südöstlichen Ecke stehenden, welcheden Einflüssen einer doppelten Brandung ausgesetzt sind,sich durch Höhe und Umfang auszuzeichnen **). — Das

*) Itc ;isu bemerk. S. 187.

**) Vgl. Kotzcbue’s Karle vom Uomanzof-Archipel.